LGT gelingt Coup im Schweizer Bankenmarkt

VADUZ. Die LGT-Gruppe macht in der Schweiz einen grossen Schritt nach vorne: Die Bank des Liechtensteiner Fürstenhauses übernimmt von der HSBC Private Bank (Suisse) ein Private-Banking-Portfolio mit reichen Kunden aus verschiedenen Ländern.

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VADUZ. Die LGT-Gruppe macht in der Schweiz einen grossen Schritt nach vorne: Die Bank des Liechtensteiner Fürstenhauses übernimmt von der HSBC Private Bank (Suisse) ein Private-Banking-Portfolio mit reichen Kunden aus verschiedenen Ländern. Die Transaktion umfasst verwaltete Vermögen in Höhe von über 10 Mrd. Fr., wie die LGT mitteilte. Das Portfolio besteht aus Geldern von vermögenden Kunden aus Zentral- und Osteuropa, Lateinamerika und Westeuropa. Ein kleinerer Teil der Kunden werde durch Schweizer Vermögensverwalter betreut.

Schaffung zusätzlicher Stellen

Den nicht bezifferten Kaufpreis will die LGT in bar aus dem Eigenkapital bezahlen. Nach Abschluss der Transaktion integriert die LGT das Geschäft samt 70 HSBC-Mitarbeitenden in ihre Schweizer Einheit in Zürich und Genf. Mit dem Zukauf wachsen die verwalteten Vermögen der LGT Bank (Schweiz) auf über 30 Mrd. Franken. Die ganze Gruppe wird künftig weltweit 120 Mrd. Fr. an Kundenvermögen verwalten. Die LGT geht davon aus, «dass wir rund 20 bis 30 zusätzliche Mitarbeiter für die Unterstützung des übernommenen Geschäfts benötigen».

Steuerkonforme Kunden

Die LGT zeigt sich zuversichtlich, dass sie sich mit dem Deal keine zusätzlichen Risiken auflädt. Man habe die Vermögenswerte rigoros geprüft. Die HSBC Private Bank (Suisse) war einst – ebenso wie die LGT – Opfer eines Datendiebstahls. Der ehemalige Informatiker Hervé Falciani hatte Kundendaten an die französischen Behörden verkauft, worauf Steuerflüchtige mit Konten in der Schweiz aufflogen. (pst)

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