LEISTUNGSSCHWÄCHE: Finanzplatz lässt nach

Die Wertschöpfung des Finanzplatzes Schweiz ist seit 2006 gesunken, während die Wirtschaft gewachsen ist.

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2016 trugen Finanz- und Ver­sicherungsdienstleistungen mit 60,85 Mrd. Fr. noch 9,4% zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz bei. 2006, vor der Finanzkrise, steuerten Banken und Versicherungen mit 64,56 Mrd. Fr. noch 12,0% zum BIP bei. Das geht aus dem Bericht «Finanzstandort Schweiz» des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) hervor, der gestern veröffentlicht wurde.

Auch der Anteil an der Gesamtbeschäftigung in der Schweiz hat sich in der vergan­genen Dekade rückläufig entwickelt. Arbeiteten 2006 noch 5,8% aller Erwerbstätigen im Finanzsektor, waren es zehn Jahre später noch 5,6%. In absoluten Zahlen erhöhte sich die Beschäftigung am Finanzplatz Schweiz indessen von 197302 auf 213535 Vollzeitstellen.

Auf und ab bei den Steuern

Das Wachstum erfolgte aber nahezu vollständig ausserhalb des Kernbereichs des Finanzplatzes, also nicht bei Banken (116137 Beschäftigte, +0,2% gegenüber 2006) und Versicherern (43322 Angestellte, –1,1%), sondern bei mit Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verbundenen Tätigkeiten (54076 Mitarbeitende, +43,8%). Auch der Beitrag des Finanzplatzes an die Steuereinnahmen der öffentlichen Hand ist im Zug der Finanzkrise gesunken, hat sich aber zuletzt wieder etwas erholt. 2006 betrug das Steueraufkommen aus den Einkommen der Arbeitnehmenden und den Ertragssteuern der Institute 9,15 Mrd. Franken. Das waren 13,6% aller Steuereinnahmen der öffentlichen Hand. 2010 lag das Steueraufkommen mit 5,85 Mrd. Fr. und einem Anteil von 7,5% deutlich darunter. Die jüngsten erhältlichen Zahlen von 2014 zeigen ein Steueraufkommen von 7,15 Mrd. Fr. und einen Anteil von 8,9%. (sda/red)