Lehrer und Mediziner haben praktisch eine Jobgarantie

Erwerbsquote Frischgebackene Lehrpersonen und Ärzte haben die besten Einstiegschancen im Beruf. Sie sind ein Jahr nach Studienabschluss nicht nur seltener ohne Job als andere Akademiker – sie verdienen auch am meisten.

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Erwerbsquote Frischgebackene Lehrpersonen und Ärzte haben die besten Einstiegschancen im Beruf. Sie sind ein Jahr nach Studienabschluss nicht nur seltener ohne Job als andere Akademiker – sie verdienen auch am meisten. Von den Lehrern mit Abschlussjahrgang 2014 waren ein Jahr nach der Ausbildung nur 0,8 Prozent erwerbslos. Dies zeigt eine Erhebung, die das Bundesamt für Statistik vergangene Woche veröffentlicht hat. Erwerbslosigkeit ist nicht das gleiche wie Arbeitslosigkeit: Erwerbslos kann man auch sein, wenn man nicht bei der Arbeitslosenkasse gemeldet ist. Man muss sofort für eine Stelle verfügbar sein und während der letzten vier Wochen aktiv eine Stelle gesucht haben. Die Erwerbslosenquote wird mittels Befragung erhoben.

Bei den Mastern der universitären Hochschulen (UH) und den Bachelors der Fachhochschulen (FH) lag die Erwerbslosenquote 2015 im Schnitt mit 4,6 Prozent respektive 3,9 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie bei der übrigen Erwerbsbevölkerung (4,5 Prozent).

Je nach Studienfach gibt es bei den Uni-Abgängern allerdings grosse Unterschiede. So waren von den Unversitätsmastern der Medizin und Pharmazie nach einem Jahr die wenigsten (0,4 Prozent) stellenlos. Bei den anderen Disziplinen schwankte die Erwerbslosigkeit zwischen 3,2 (technische Wissenschaften) und 6,6 Prozent (interdisziplinäre und andere). Bei den Geistes- und Sozialwissenschaftern lag die Erwerbslosenquote bei 6,3 Prozent. Dieser Wert sinkt fünf Jahre nach Studienabschluss. Die Gehaltsaussichten von Geistes- und Sozialwissenschaftern kurz nach Studienabschluss sind schlechter als jene von Juristen, Medizinern und Wirtschaftswissenschaftern, aber besser als jene von Ingenieuren. 61 Prozent der Geistes- und Sozialwissenschafter sind ein Jahr nach Studienabschluss beim Staat angestellt – das ist ein hoher Wert, der Durchschnitt über alle Fachrichtungen liegt bei 51 Prozent.

Künstler und Designer verdienen weniger

Geistes- und Sozialwissenschaften sind die am häufigsten belegten Studiengänge. Derzeit sind 44 442 Personen in diesen Fächern eingeschrieben. Zum Vergleich: Bei den technischen Wissenschaften (Ingenieure) sind es nur 17 781. Bei den Bachelor-Absolventen von Fachhochschulen wurde die tiefste Erwerbslosenquote im Bereich Gesundheit (1,3 Prozent) registriert. Von den Absolventen der musischen Fächer Musik, Theater und andere Künste war hingegen jeder achte und jede achte (12,7 Prozent) stellenlos.

Künstler müssen sich am Anfang der beruflichen Karriere ebenfalls mit eher bescheidenen Löhnen begnügen. 54 000 Franken betrug 2015 ihr mittleres Einkommen bei einer 100-Prozent-Stelle. Nur Designer (50 000 Franken) erhielten noch etwas weniger. (sda/kä.)