Lehman Brothers: Satte Abfindungen vor der Pleite

Boston. Lehman Brothers hat sich bei ihrem Kollaps genau so verhalten, wie sich der Normalbürger gierige Banker vorstellt.

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Boston. Lehman Brothers hat sich bei ihrem Kollaps genau so verhalten, wie sich der Normalbürger gierige Banker vorstellt. Als die US-Investmentbank bereits Schutz nach dem US-Insolvenzrechts beantragt hatte, bekamen die Manager noch Millionen als Abfindung, wie bei der Anhörung vor einem Kongress-Ausschuss ans Licht kam. Lehman-Chef Richard Fuld beharrte darauf, diese Zahlungen seien «wohlüberlegt und angemessen» gewesen.

Der Kontroll-Ausschuss des US-Repräsentantenhauses untersucht, ob die Lehman-Manager betrügerisch vorgingen, als sie trotz sinkender eigener Werte noch positive Erklärungen abgaben. Fuld verneinte das.

Die Anhörung bekam einen gereizten Ton, als Fuld die Schuld am Kollaps der Bank der Regierung, den Medien und jenen Brokern anlastete, die bei Leerverkäufen (short selling) geborgte Aktien weiterverkaufen, auf deren sinkenden Wert setzen, sie zu einem geringen Preis zurücknehmen und dann dem ursprünglichen Besitzer gegen Gebühr wieder zurückgeben. Das führte zu höhnischen Reaktionen. «In meinem Viertel in Baltimore werden Leute, die schlecht arbeiten, gefeuert», sagte der demokratische Abgeordnete Elijah Cummings. «Ganz sicher erhalten sie keinen Bonus.» Fuld hatte 42 Jahre für Lehman gearbeitet. Von 2003 bis 2007 verdiente er 260 Mio. $. (Dye)

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