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Lebensmittelhandel: Spar Schweiz ist im Rückwärtsgang

Das Handelsunternehmen mit Sitz in St.Gallen hat in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres weniger eingenommen und weniger verdient. In Zukunft soll nach den eigenen Vorstellungen alles besser werden.
Thomas Griesser Kym
Spar hat an Umsatz und Rendite verloren, sieht sich aber gut gerüstet für Wachstum und eine höhere Profitabilität. (Bild: PD)

Spar hat an Umsatz und Rendite verloren, sieht sich aber gut gerüstet für Wachstum und eine höhere Profitabilität. (Bild: PD)

Weniger Umsatz in Franken, eine «enttäuschende Gewinnentwicklung» und unter dem Strich ein Rutsch in die roten Zahlen – so präsentiert sich der Lebensmittelhändler Spar Schweiz in der ersten Hälfte (per Ende März) des laufenden Geschäftsjahres. Für die laufende zweite Hälfte verspricht sich die börsenkotierte Spar Südafrika, der Spar Schweiz seit Frühling 2016 mehrheitlich gehört, Besserung.

Konkret ist der Umsatz von Spar Schweiz in der Berichtsperiode in südafrikanischer Währung gestiegen, von 4,8 auf 5,1 Milliarden Rand. Das ist ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. In Franken aber fielen die Verkäufe um 1,8 Prozent auf rund 360 Millionen.

Rückschläge zeigen auch die Ertragszahlen. Das Betriebsergebnis von Spar Schweiz wurde auf 1,2 Millionen Franken gedrittelt, womit es laut Spar Südafrika «unter den Erwartungen» liegt. Und im Ergebnis vor Steuern resultiert ein Verlust von 1,9 Millionen Franken nach einem Gewinn von 3,7 Millionen in der Vorjahresperiode. Unter dem Strich steht ein Reinverlust von 2 Millionen.

«Eine aggressive Marketingkampagne»

Der Semesterbericht von Spar Südafrika nennt mehrere Faktoren für die Einbussen bei Spar Schweiz. Generell erwähnt wird «das herausfordernde Handelsumfeld» mit einem kaum wachsenden Detailhandelsmarkt, dem zudem der Einkaufstourismus zu schaffen macht. Rück­läufig war auch der Abholgrosshandel der 11 TopCC-Märkte, was auf das schrumpfende Gastgewerbe zurückgeführt wird.

Hinzu kommt immer noch Einfluss aus der Aufgabe unrentabler, in Eigenregie geführter Spar-Läden, und in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres wurde «eine aggressive Marketingkampagne» gefahren. Diese hat einerseits viel Geld gekostet, andererseits hofft man damit den Umsatz in der Zukunft beschleunigen zu können.

Netto ein Dutzend Läden mehr

Die Aufgabe defizitärer Läden ist ein Teil der Strategie, Spar rentabler und fit zu machen. Ein weiterer Baustein ist die Forcierung frischer Lebensmittel und von Convenience-Produkten, die für den schnellen Konsum geeignet sind. Zudem werden die Supermärkte laufend modernisiert, und da und dort gibt es Neueröffnungen. Dafür hat Spar Schweiz in der Berichtsperiode insgesamt 7,8 Millionen Franken ausgegeben.

Total beliefert das von Rob Philipson geleitete Unternehmen 327 Verkaufspunkte (Spar, Spar Express, Maxi, unabhängige Detaillisten), netto ein Dutzend mehr als zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres (per Ende September 2018). Der Grosshandelsumsatz von Spar Schweiz aus diesen Belieferungen ist denn auch um 3,3 Prozent gewachsen.

«Ein weit besseres Resultat»

Im Ausblick schreibt die Spitze von Spar Südafrika, das Management von Spar Schweiz werde den Fokus darauf behalten, die strategischen Initiativen umzusetzen, um die Gesamtleistung zu verbessern. Unmittelbar gehe es darum, die Verkäufe zu steigern und mit den Margen voranzukommen. Die operative Marge zerbröselte in der Berichtsperiode von 1 Prozent des Umsatzes auf ein Drittel Prozent. Für die laufende zweite Hälfte des Geschäftsjahrs erwartet Spar Südafrika vom Schweizer Geschäft «ein weit besseres Resultat». Nach der «schwachen ersten Hälfte» sei man dafür «gut positioniert».

Spar Südafrika hat Polen im Auge

Die börsenkotierte Spar Südafrika ist in mehreren Ländern im südlichen Afrika aktiv und hält die Spar-Lizenzen in der Schweiz und für Irland/Südwestengland. Bald soll ein weiterer Ländermarkt hinzukommen: Spar Südafrika hat von Spar International die Lizenz erhalten, um die Marke in Polen zu betreiben. Dazu will Spar Südafrika eine Kontrollmehrheit an der Piotr i Pawel Group erwerben, die 77 Delikatessenläden und Supermärkte in Polen betreibt und beliefert. Piotr i Pawel schreibt Verlust und hat die Zahl der Läden im vergangenen Jahr annähernd halbiert.

Es droht ein Gang vor Gericht

Laut unbestätigten Angaben plant Spar Südafrika, Piotr i Pawel in Your Spar Shop umzubenennen. Zudem droht eine juristische Auseinandersetzung mit der polnischen Bac-Pol Group, die bisher die Spar-Lizenz in Polen hielt und 250 Läden beliefert. Spar Südafrika behauptet, Bac-Pol habe den Lizenzvertrag zur Nutzung der Marke Spar im Februar beendet, was Bac-Pol dementiert mit den Worten, der Vertrag sei immer noch in Kraft. (T.G.)

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