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Lauterkeitskommission rügt Snowboarder Podladtchikov und Mountainbikerin Neff wegen Schleichwerbung auf Instagram

Die Lauterkeitskommission hat zwei Beschwerden gegen Instagram-Posts von Schweizer Sportlern gutgeheissen. Die beiden haben zwei Posts nicht als Werbung gekennzeichnet.

(spe/sda) Die Stiftung Konsumentenschutz hatte Beschwerde gegen je einen Post auf Instagram von Snowboard-Olympiasieger Iouri Podladtchikov und Mountainbike-Profi Jolanda Neff eingereicht. Der Vorwurf: Die beiden Influencer würden unlauter handeln, wenn sie kommerzielle Posts nicht als Werbung kennzeichnen würden. Die Lauterkeitskommission komme nun zum selben Schluss, berichtet SRF am Freitag. Die Kommission befindet: «Insbesondere hat eine Person, welche Sponsoringleistungen oder damit vergleichbare Entgelte oder Sachleistungen erhält, ihr Verhältnis zur leistungsgebenden Person offenzulegen.» Das sei in beiden Fällen nicht erfüllt. Es sind die ersten Entscheide zu sogenannter Influencer-Werbung in der Schweiz.

Sportartikel-Ausrüster und Kreditkarten gezeigt

Der Schweizer Snowboarder Iouri Podladtchikov wurde von der Lauterkeitskommission wegen unlauterer Werbung auf Instagram gerügt. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Der Schweizer Snowboarder Iouri Podladtchikov wurde von der Lauterkeitskommission wegen unlauterer Werbung auf Instagram gerügt. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Der beanstandete Post von Iouri Podladtchikov zeigt ihn beim Eingang eines Geschäfts des Sportartikel-Ausrüsters Moncler. Der Hinweis auf bezahlte Werbung habe dazu gefehlt, beanstandete der Konsumentenschutz. Die Vertreterin von Podladtchikov hingegen sagte, der Post sei aus rein persönlichem Interesse aufgeschaltet worden. Die Lauterkeitskommission sieht dies anders: Da der Sportartikelausrüster ein Sponsor des Snowboarders sei, sei «es nicht zu bestreiten», dass der fragliche Post im Rahmen der entgeltlichen Sponsoringbeziehung erfolgt. Die Managerin von Podladtchikov wollte zum jetzigen Zeitpunkt keine Stellung nehmen. Die Rekursfrist läuft noch.

Auch Mountainbikerin Jolanda Neff muss auf den sozialen Medien über die Bücher. Sie zeigt sich einsichtig. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Auch Mountainbikerin Jolanda Neff muss auf den sozialen Medien über die Bücher. Sie zeigt sich einsichtig. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Mountainbikerin Jolanda Neff postete ein Bild, auf dem zwei Kreditkarten ihres Sponsors zu sehen sind. Neff hat gemäss Informationen des SRF gegnüber der Lauterkeitskommisssion zugesichert, dass sie künftige solche Beiträge mit #anzeige, #werbung. #ad, #sponserdby oder #powerdby versehen werde. Neff akzeptiere den Entscheid, kommunizierte dessen Managerin gegenüber SRF.

Kriterien nicht definiert

Die Lauterkeitskommission äussert sich gemäss SRF jedoch nicht dazu, ob Kennzeichnungen wie beispielsweise #ad oder #poweredby ausreichend sind. Aber: Eine eindeutige Erkennbarkeit sei nicht klar erfüllt, wenn ein #-Hinweis in einer «langen Liste von verschiedenen #-Begriffen (sogenannte Hashtag-Wolke) ‘versteckt’» werde.

Der Konsumentenschutz wertet die Entscheide als klares Zeichen an Influencer. Er erwarte nun «eine klare, konsequente und gut sichtbare Kennzeichnung von Werbeposts und nicht einen kurzen #Ad-Hashtag. Schrift, Layout und allenfalls auch Farbe müssten den Hinweis hervorheben.

Weitere Urteile folgen

Eine weitere Beschwerde mit dem gleichen Vorwurf gegen Moderatorin und Sängerin Michelle Hunziker wurde abgewiesen. Beschwerden gegen Roger Federer und Xenia Tchoumitcheva sind noch hängig.

Die fünf Prominenten wurden vom Konsumentenschutz exemplarisch ausgewählt, weil sie als Influencer auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder anderen immer wieder Produkte ins Bild setzen.

Als Influencer werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einer oder mehreren Internet-Plattformen als Träger für Werbung und Vermarktung infrage kommen. In der Regel kassieren sie Werbe- oder Sponsorengelder und sind häufig Sportler oder Künstler.

Wie Neff oder Podladtchikov können fehlbare Influencer oder Firmen nicht mit Sanktionen, sondern nur mit einer Ermahnung belangt werden. Bussen haben diese nicht zu befürchten.

Auf die Arbeit der Lauterkeitskommission wirken sich diese erstmaligen Entscheide im Zusammenhang mit Influencer-Werbung präjudizial auf alle weiteren Entscheide in vergleichbaren Fällen aus, wie Meier weiter sagt. «Wir bemühen uns um eine konsistente Spruchpraxis.»

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