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Landis + Gyr hat Lieferkette besser im Griff und setzt sich neue Ziele

Der Stromzählerproduzent Landis + Gyr bestätigt seine Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr und lanciert ein Aktienrückkaufprogramm. Die Probleme bei der Beschaffung von Komponenten sind geringer als auch schon.
Eichung von Industrie-Stromzählern bei Landis+Gyr, dem Zuger Unternehmen für Energiemanagement und Messtechniken. (Bild: Gaetan Bally/Keystone, 2. Oktober 2017)

Eichung von Industrie-Stromzählern bei Landis+Gyr, dem Zuger Unternehmen für Energiemanagement und Messtechniken. (Bild: Gaetan Bally/Keystone, 2. Oktober 2017)

Am gestrigen Investorentag in Zürich bestätigte Landis + Gyr den bisherigen Ausblick für das Ende März endende Geschäftsjahr 2018/19. Das Zuger Unternehmen, welches erst letzte Woche seinen Wegzug aus der Stadt nach Cham bekanntgab, geht unverändert von einem Umsatzwachstum zwischen 1 und 3 Prozent aus, wie die Gruppe am Dienstag mitteilte. Im Oktober hatte Landis + Gyr die Prognosen allerdings reduziert – zuvor waren noch 3 bis 6 Prozent angepeilt worden. Für den bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) werden nach wie vor 217 bis 237 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt. Davor hatte die Zielspanne bei 222 bis 232 Millionen gelegen.

Landis + Gyr hatte die Finanzgemeinde bereits im Oktober darauf vorbereitet, dass die erste Jahreshälfte schwächer ausfallen dürfte als die zweite. Das Unternehmen kämpft mit Lieferengpässen bei den Komponenten, die bereits das vorhergehende Geschäftsjahr belastet hatten. Zwar solle das zweite Halbjahr stärker ausfallen, hiess es im Oktober. Allerdings bleibe die Situation bezüglich der Lieferkette herausfordernd und führe zu grösserer Unsicherheit als normalerweise.

Rückkauf im Wert von bis zu 100 Millionen Dollar

CEO Richard Mora bestätigte am Dienstag diese Einschätzung vom letzten Herbst. «Die Situation wird schwierig bleiben, auch im kommenden Geschäftsjahr 2019/20», sagte er vor den Medien. «Wir können mittlerweile aber besser damit umgehen», fügte er an. Die Zulieferkette ist gemäss Mora gebündelt worden, so dass sich die Probleme auf fünf bis sechs Zulieferer beschränken. Zuvor habe das Unternehmen mit bis zu 100 Zulieferern Schwierigkeiten gehabt.

Um die Erträge für die Aktionäre zu erhöhen und auch um den tiefen Aktienpreis zu nutzen, lanciert Landis + Gyr ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 100 Millionen US-Dollar oder 8 Prozent der ausgegebenen Aktien. Das Programm wird voraussichtlich am 30. Januar 2019 ­beginnen und dauert maximal 36 Monate. Finanziert wird es durch den freien Cashflow und zusätzliche Schulden. Ergänzungsakquisitionen sollen trotz des Aktienrückkaufs jederzeit möglich sein. Mora verwies darauf, dass das Programm auch jederzeit gestoppt werden könne. Der Rückkauf der Aktien erfolgt aus den Kapitaleinlagereserven und über die erste Handelslinie an der SIX Swiss Exchange zum Zweck einer Kapitalherabsetzung. Vorbehalten bleibt die Zustimmung durch die Generalversammlung.

«Wir sind etwas vorsichtiger geworden»

Darüber hinaus definiert Landis + Gyr neue Mittelfristziele bis 2021. Demnach soll der Umsatz jedes Jahr im mittleren einstelligen Prozentbereich zunehmen, während die Ebitda-Marge auf 13,5 bis 14,5 Prozent ansteigen soll. Die erwirtschafteten freien Mittel sollen jährlich bei über 150 Millionen US-Dollar liegen.

Anlässlich des Börsengangs bei der Rückkehr an die Schweizer Börse im Jahr 2017 wurde noch ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. «Ja, wir sind etwas vorsichtiger geworden», sagte Finanzchef Jonathan Elmer. Der Fokus habe sich aber Richtung einer besseren Qualität der Margen verschoben.

Mit der Verbesserung der um Sondereffekte bereinigten operativen Marge sieht sich Elmer «auf Kurs», nachdem im ersten Semester 2018/19 bereits ein Wert von 12,5 Prozent erreicht worden war. Er begründet seine Zuversicht mit dem Umstand, dass das Unternehmen in den Regionen Europa, Naher Osten, Afrika und Asien, Pazifik in die Gewinnzone zurückgekehrt sei. (sda/lb)

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