Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

LAGERUNG: An ihren Saft lässt Möhl nur Eiche

Für ihren Saft vom Fass hat die Arboner Mosterei Möhl acht riesige Eichenholzfässer bestellt. Pro Stück kosten die Fässer 60000 Franken, und sie sollen bis zu 100 Jahre lang halten.
Eiche muss es sein: Eines der neuen Möhl-Fässer. (Bild: Donato Caspari)

Eiche muss es sein: Eines der neuen Möhl-Fässer. (Bild: Donato Caspari)

Die Lagerung und Reifung des Apfelweins – um den es sich beim «Saft vom Fass» handelt – könnte ökonomisch-rational in Metallfässern vonstatten gehen. Doch für die Oberthurgauer Tradi­tionsmosterei kommt das nicht in Frage, setzt sie doch seit jeher auf traditionelles Handwerk, um ih­ren Saft zu verfeinern.

«Wir haben es den Eichenfässern zu verdanken, dass unser Apfelwein diesen einmaligen Geschmack hat; darum wollen wir auch nicht auf den Ausbau im Eichenholzfass verzichten.» Das sagte Verwaltungsratspräsident Ernst Möhl vor Wochenfrist, als zwei Tieflader mit vier der acht bestellten riesigen Fässer am Firmensitz in Arbon vorfuhren. Sobald alle acht installiert sind, verfügt Möhl über 34 Eichenholzfässer, von denen das älteste Baujahr 1948 hat. Die acht neuen Fässer kosten je Stück 60000 Franken und fassen je 21000 Liter, womit sie die grössten Eichenholzfässer im Betrieb sind. «Wir rechnen damit, dass so ein Eichenfass genauso lange hält wie ein langes Menschenleben, also bis zu 100 Jahre», sagt Giorgio Möhl, im Familienbetrieb zuständig für die technische Betriebsleitung.

350 Stunden je Fass aufgewendet

Die Fässer wurden in Küssnacht am Rigi von der Küferei Suppiger aus Eichenholz gefertigt, das vor über zehn Jahren im Romanshorner Wald gefällt und seither sorgfältig getrocknet wurde. Das Holz wurde weder gehobelt noch geschnitzt, denn die bauchigen Rundungen der Fässer stammen einzig von Feuer und Wasser. Mit dessen Hilfe wird jede einzelne Daube in Form gebogen. Zuletzt werden die Gerbstoffe aus dem Eichenholz durch Dampf entfernt, damit der Möhl-Apfelwein seinen Geschmack beibehält.

Auch für die Spezialisten war dies ein aussergewöhnlicher Auftrag. «Wir haben rund 15 Kubikmeter Rohmaterial je Fass verbraucht und gut 350 Mannstunden an jedem Fass gearbeitet», sagt Küfermeister Roland Suppiger. Die ersten vier Fässer wurden mittels Kran in den Eichenfasskeller hinuntergelassen. Dieser ist das Herzstück des neuen Besucherzentrums, das Anfang Oktober eingeweiht werden soll. Dass so ein Transport tückisch sein kann, zeigte sich, als im Keller das erste Fass an seinen Standort gezogen werden sollte, neigte sich der Gigant doch plötzlich einige Zentimeter in eine deutliche Schieflage. Nach kurzer Beratung wurde das Fass mittels seitlichen Gegendrucks des ausgefahrenen Korbs einer fahrbaren Arbeitsbühne wieder zurechtgerückt.

Christof Lampart

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.