Lafarge-Holcim erhält Denkzettel

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Generalversammlung Der Führung des weltgrössten Zementriesen Lafarge-Holcim haben die Aktionäre einen Denkzettel verpasst. Statt sich fürs erfreuliche Quartalsergebnis feiern zu lassen, musste der Verwaltungsrat gestern zu den Vorfällen in Syrien Stellung nehmen – und wurde nur knapp entlastet. Der Entlastung fürs Geschäftsjahr stimmten nur 61% der Aktionäre zu, 38% waren dagegen. Die Konsultativabstimmung über den Vergütungsbericht endete mit 84% Ja- und 15% Nein-Stimmen. «Das ist kein schönes Resultat», kommentierte Verwaltungsratspräsident Beat Hess. Die Schweizer Anlagestiftung Ethos hatte wegen der Vorfälle in Syrien empfohlen, Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung zu verweigern.

Im Fall von Syrien geht es um Zahlungen an bewaffnete Gruppen im Bürgerkrieg, um damals die Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter sicherzustellen. Die Entlastung ebenfalls abgelehnt hat der amerikanische Stimmrechtsberater ISS. Vor den Abstimmungen versuchte die Konzernführung erneut die Kritik am Strafverfahren im Zusammenhang mit Syrien und dem Abgang des Konzernchefs aufzufangen. Davon, dass der französische Teil von Lafarge-Holcim durch die Syrien-Affäre geschwächt wurde, wollte die Führung gar nichts wissen. Der Konzern sei «eine geeinte Firma und wer stärker ist oder nicht, ist kein Thema.» (sda)