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Labelsalat bei Finanzanlagen: Banken setzen auf «grüne» Anlagen

Banken setzen auf nachhaltige Geldanlagen. Einen einheitlichen Standard gibt es aber nicht.
Maurizio Minetti
Arbeiter beim Aufbau einer Windturbine. Bild: Lee Yoon Sung/Getty

Arbeiter beim Aufbau einer Windturbine. Bild: Lee Yoon Sung/Getty

Die Finanzindustrie setzt vermehrt auf eine nachhaltige Anlagepolitik. Gestern teilte die Luzerner Kantonalbank (LUKB) mit, dass sie Anfang Oktober die Prinzipien für verantwortliches Investieren der UNO unterzeichnet habe. Mit der Unterzeichnung dieses Standards werde die Bank in den kommenden Jahren die sogenannten ESG-Kriterien «systematisch in ihre Investmentanalyse, ihre Anlagepolitik und ihre Anlageentscheidungen einfliessen lassen», teilte die Bank anlässlich der Bekanntgabe der Quartalszahlen mit. ESG steht für Ökologie-, Sozial- und Unternehmensführungsthemen.

Die Anlagestiftung Ethos begrüsst diesen «ersten Schritt». Direktor Vincent Kaufmann sagt auf Anfrage, es sei ein positives Signal. «Die LUKB wird jetzt Massnahmen ergreifen müssen, um die Grundsätze des UNO-Standards einzuhalten.» Die Aktionäre dürften erwarten, künftig über die erzielten Fortschritte informiert zu werden, so Kaufmann. «Wir werden im Frühjahr 2021 einen entsprechenden Bericht verfassen», bestätigt ein LUKB-Sprecher.

Zum Teil «wesentlich striktere Kriterien»

Wenn es um nachhaltige Investments geht, ist der UNO-Standard allerdings nur einer von ­vielen – und er ist rechtlich nicht bindend. Eine Umfrage unter Banken aus der Zentralschweiz zeigt: Die Banken nehmen das Thema ernst und haben Nachhaltigkeitsfonds im Angebot – wie etwa Raiffeisen oder Valiant. Einheitliche Kriterien gibt es aber nicht. So hat die Zuger Kantonalbank den UNO-Standard nicht unterzeichnet, kooperiert aber mit dem Zürcher Finanzberater Fundinfo, der den UNO-Standard unterzeichnet hat. Mit Fundinfo hat die Zuger Staatsbank vor einem halben Jahr ein ESG-Angebot im Anlagebereich erarbeitet. «Dies ermöglicht es, unseren Kundinnen und Kunden eine Auswahl an nachhaltigen Anlagefonds zur Verfügung zu stellen», sagt eine Sprecherin.

Auch die Schwyzer Kantonalbank hat die UNO-Prinzipien nicht unterzeichnet. «Jedoch laufen interne Diskussionen dazu und es ist nicht ausgeschlossen, dass diese in naher Zukunft unterzeichnet werden», sagt eine Sprecherin. Man biete jedoch seit über zehn Jahren spezifische Vermögensverwaltungslösungen an. Die angewandten Beurteilungskriterien, ob ein Unternehmen investierbar sei oder nicht, gingen dabei deutlich über den UNO-Ansatz hinaus und seien «wesentlich strikter», heisst es aus Schwyz.

Auch die Migros Bank hat den UNO-Standard nicht unterschrieben. «Da die Umsetzungsphase unserer bisherigen Nachhaltigkeitsziele 2020 ausläuft, sind wir am Erarbeiten einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie für die Folgejahre. In diesem Rahmen wird auch die Prüfung der Mitgliedschaft bei ausgewählten Nachhaltigkeitsinitiativen ein Thema sein», sagt ein Sprecher. Bei den nachhaltigen Anlagen arbeitet die Migros Bank aktuell mit dem US-Finanzdienstleister MSCI zusammen. «Wir verwenden dabei vergleichsweise strenge Kriterien», so der Sprecher. Damit verringere sich die Zahl der Aktientitel, die für nachhaltige Anlagen in Frage kommen, um rund zwei Drittel.

Ebenfalls kein Thema ist die Unterzeichnung für die Post­finance. Ein Sprecher sagt aber: «Wir legen grossen Wert darauf, dass die Gelder unserer Kundinnen und Kunden nicht in Unternehmen investiert werden, die direkt oder über ihre Produkte unethische Geschäftspraktiken unterstützen oder die Umwelt schädigen.» Man überprüfe daher bei der Anlage der Kundengelder regelmässig anhand der Kriterien des norwegischen Staatsfonds, ob ein Ausschlussgrund vorliege. Bei Unternehmen aus dem Öl- und Gas-Sektor wende man Ausschlusskriterien an, die noch strenger als jene des norwegischen Staatsfonds seien.

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