Kunst lockt Kriminelle an

Kunstwerke sind eine beliebte Wertanlage. Wer aber in Akte statt in Aktien investiert, sollte diese ausreichend versichern. Die Kunstkriminalität steigt.

Sabrina Dünnenberger
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Geschätzte 10 Mrd. Fr. Schaden entsteht jedes Jahr weltweit durch Kunstkriminalität – Tendenz steigend. Das Art Loss Register, die weltweit grösste Datenbank verlorener Kunstwerke, verzeichnet derzeit 200 000 Objekte. In der Schweiz schätzt Oliver Class, Kunstexperte der Allianz Suisse, den Schaden aus Kunstraub auf einen dreistelligen Millionenbetrag. Gesicherte Zahlen liegen keine vor. Die Schweiz sei als einer der führenden Kunsthandelsplätze ein lohnendes Ziel für Kunsträuber. Class schätzt, dass jeden Tag mindestens zwei wertvolle Kunstobjekte gestohlen werden.

Es muss nicht immer ein Picasso, ein Van Gogh oder ein spektakulärer Raub wie in Paris sein – auch die geerbte Münzsammlung der Grosstante kann den Diebesbanden einen Einbruch wert sein. Gestohlen werde, was wertvoll sei: Bilder, Skulpturen, Münzsammlungen oder Möbel.

Attraktive Anlage

Man ahne gar nicht, wie viel Kunst in Schweizer Haushalten zu finden sei, sagt Bernd De Wall von Allianz Suisse. Der Wohlstand und die Verschonung der Schweiz vor Kriegen dürften Gründe dafür sein.

Kunst ist zudem für Investoren attraktiv, weil sie eine stabile Anlage und nicht der Volatilität im Finanzmarkt ausgesetzt ist. Nicht zu vergessen sind jene Sammler, die einfach Freude an schönen Gemälden oder Statuen haben oder jene, für die Kunst ein Statussymbol ist. Kunstversicherungen sind ein Nischengeschäft, in dem neben der Allianz auch die Zürich, Axa oder die Nationale Suisse tätig sind. Offizielle Zahlen über die schweizweit versicherten Werte liegen keine vor.

Zweistelliges Wachstum

Der Wert der bei Allianz versicherten Kunstwerke liegt bei gegen 1,2 Mrd. Franken. 30% hat der Versicherer 2009 bei den Privatkunden zugelegt. Dieses Jahr rechnet er mit einem ähnlichen Wachstum. Erst 10% bis 15% der privaten Besitzer von Kunstwerken hätten ihre Werke ausreichend versichert. Gerade bei Privaten bestehen oftmals Deckungslücken. Kunstversicherungen sind in der Regel Allgefahrenversicherungen. Sie decken beispielsweise auch die unbeabsichtigte Beschädigung der Werke.