Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Forster Swiss Home aus Arbon hat die Küchenfabrik auf Vordermann gebracht

Nach dem Handwechsel der Forster-Stahlküchen hat das neue Management gründlich aufgeräumt. Lohn der Arbeit: Die Forster Swiss Home AG ist viel produktiver und liegt auf Wachstumskurs.
Thomas Griesser Kym
In der Küchenfabrik der Arboner Forster Swiss Home AG: Produktionsleiter Heinz Baumgarten, Firmenchefin Ipek Demirtas und Verwaltungsratspräsident Max Müller (von links). (Bild: Reto Martin (4. Mai 2018))

In der Küchenfabrik der Arboner Forster Swiss Home AG: Produktionsleiter Heinz Baumgarten, Firmenchefin Ipek Demirtas und Verwaltungsratspräsident Max Müller (von links). (Bild: Reto Martin (4. Mai 2018))

Wechselvolle Jahre liegen hinter der Forster Swiss Home AG in Arbon respektive ihrer Vorgängerfirma. Im Jahr 2014 verkaufte die damalige AFG Arbonia-Forster-Gruppe (heute Arbonia) ihre Küchensparte, bestehend aus Bruno Piatti und Forster Schweizer Stahlküchen, an den deutschen Küchenbauer Alno. Schon im Jahr darauf verlagerte dieser die Piatti-Produktion ins süddeutsche Pfullendorf. Alsbald geriet die Alno-Gruppe immer stärker in Schieflage, denn die Muttergesellschaft schrieb seit Jahren erkleckliche Verluste, bis sie Mitte 2017 Insolvenz anmeldete. Die Misere riss auch Piatti mit in die Tiefe, nicht aber die traditions­reichen Forster-Stahlküchen.

Das Arboner Unternehmen wurde per 1. September vergangenen Jahres von der Forster Swiss Home AG übernommen. Diese war eigens zur Fortführung des Betriebs am Bodensee neu ins Handelsregister eingetragen worden. Treibende Kraft hinter der Rettung war eine vierköpfige Investorengruppe um den früheren Alno-Chef Max Müller, der als Verwaltungsratspräsident amtiert, und die ehemalige Alno- Finanzchefin Ipek Demirtas als Geschäftsleitungsvorsitzende.

«Ein sehr erfolgreiches Jahr»

Bei der Übernahme beschäftigte Forster Swiss Home 91 Mitarbeitende. Vergangenen Mai sagte Demirtas gegenüber der «Thurgauer Zeitung», «es hat sich wieder Zuversicht breitgemacht». 2018 werde ein Übergangsjahr und 2019 «voraussichtlich wieder ein ganz normales Jahr». Dies nach verlustreichen Vorjahren.

Ist Forster Swiss Home tatsächlich auf dem Weg nach oben? Kürzlich hat das Gerücht die Runde gemacht, das Unternehmen lege mangels Aufträgen die Produktion von Mitte Dezember bis Mitte Januar still. Es sei zudem zu Kündigungen gekommen. Wir fragen nach. Anke Gähme, Regionalleiterin Ostschweiz-Graubünden der Gewerkschaft Unia, hat sich umgehört. «Mir sind keine solchen Schwierigkeiten des Un­ternehmens zu Ohren gekommen», sagt Gähme, und ihr Präsident Jacob Auer weiss ebenso von nichts. Überrascht zeigt sich auch Firmenchefin Ipek Demirtas. Der Geschäftsgang sei «sehr gut», und «2019 gehen wir von einem sehr erfolgreichen Jahr aus», sagt sie auf Anfrage.

Deutlich höheres Tempo in der Produktion

Auf Nachhaken sagt Demirtas, dass die Produktion vom 14. Dezember bis Mitte Januar tatsächlich ruhen werde. «Wir machen verlängerte Betriebsferien», sagt die Chefin. Der Grund: Das Unternehmen hat rigoros reorganisiert und seine Prozesse auf Vordermann gebracht. Das Resultat: Die Produktivität der Küchenfabrik, die schonungslos entrümpelt wurde, liege heute um 160 Prozent höher als bei der Übernahme im Herbst 2017. «Die gleiche Anzahl Küchen, die damals an fünf Arbeitstagen pro Woche plus Überstunden erledigt worden ist, geht nun in zweieinhalb Tagen von der Hand», beschreibt Demirtas die Fortschritte. Und das mit sechs Mitarbeitenden weniger in der Produktion, in der jetzt noch drei Dutzend Angestellte beschäftigt sind. «Wir haben nicht weniger zu tun, sind aber viel effizienter geworden.»

Demirtas räumt ein, dass es nebst der «teils recht hohen Fluktuation» auch einige Kündigungen gegeben habe. Man habe sich von Mitarbeitenden getrennt, die «nicht die erforderliche Leistung gebracht haben», sagt Demirtas. Auf der anderen Seite habe man per Saldo die Belegschaft auf aktuell 122 Leute aufgestockt. Zudem lägen auf ihrem Schreibtisch im Büro 10 bis 15 unterschriebene Arbeitsverträge frischer Ar­beitskräfte, die zwischen 1. Dezember 2018 und 1. März 2019 bei Forster Swiss Home anfangen. Und nach wie vor hat das Unternehmen auf seiner Website und auf Jobportalen rund 10 offene Stellen ausgeschrieben.

Mehr Showrooms, mehr Umsatz

Warum aber die Verlängerung der Betriebsferien um eine Woche, wo doch die Geschäfte rund laufen? Demirtas erklärt dies ­ei­nerseits damit, dass unter den alten Strukturen jeder Mitarbeitende «100 bis 150 Überstunden angehäuft» habe, um die Arbeit zu bewältigen. Diese Überzeit werde nun abgebaut. Andererseits hat die massiv gesteigerte Produktivität nach und nach auch zu Minusstunden geführt. Ab April werde deshalb angesichts nach oben zeigender Auftragsbestände die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde erhöht. «Wir gehen nächstes Jahr von einem deutlichen Umsatzanstieg aus», sagt Demirtas. 2018 werde man bei 26 Millionen Franken landen.

Für das geplante Wachstum hat das Unternehmen noch andere Vorarbeiten geleistet: In neue Küchenausstellungen habe man 5,5 Millionen Franken investiert. Am Mittwoch ist jene in Chur eröffnet worden, im Dezember oder Januar soll eine in Genf aufgehen, die siebte. Fernziel sind zehn solcher Showrooms. Die Küchenausstellung am Hauptsitz in Arbon wurde umgebaut, Vertrieb und Marketing hat man tüchtig gestärkt.

Der Personalbestand dürfte weiter zunehmen

Wie nötig der Umbau samt «massiver Effizienzsteigerung» ist, verdeutlichen noch andere Zahlen der Vergangenheit. In den vergangenen fünf Jahren hatten die Forster-Stahlküchen laut Demirtas Verluste von 42 Millionen Franken angehäuft. Von Januar bis August 2017 habe das Minus 3,4 Millionen Franken betragen, doch schon in den letzten vier Monaten 2017, unter neuer Führung, sei ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht worden. Und für 2018 stellt Demirtas ein «leicht positives Resultat» in Aussicht, trotz einmaliger Belastungen von 1,2 Millionen Franken.

Demirtas zeigt sich zuversichtlich. Grössere Baustellen habe Forster Swiss Home keine mehr. Läuft alles wie geplant, soll das Unternehmen Ende kommenden Jahres rund 160 Mitarbeitende beschäftigen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.