Kritik an digitalen Firmen

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Bern Die Gewerkschaften wollen eine sozialverträgliche Digitalisierung der Wirtschaft. Die Behörden müssten das Arbeits- und Sozialversicherungsrecht rigider durchsetzen, fordern sie. Der Fahrdienstvermittler Uber ist für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ein Paradebeispiel dafür, wie die Digitalisierung nicht ablaufen darf. Wie andere digitale Plattformen sieht sich Uber nicht als Arbeitgeber, sondern als Vermittler. Folglich bezahlt die Firma keine Sozialversicherungsbeiträge und umgeht Regeln, die für gewerblichen Personentransport auf der Strasse oder für Taxifahrer gelten.

Uber und andere Anbieter der Share Economy versuchten häufig, durch Vertragskonstrukte Selbstständigkeit vorzutäuschen, kritisierte SGB-Zentralsekretär Luca Cirigliano gestern in Bern. Doch handle es sich meist um Scheinselbstständigkeit, und die Anbieter seien nichts anderes als gewöhnliche Arbeitgeber. Der SGB sieht Handlungsbedarf bei der konsequenten Umsetzung der Gesetze. Er fordert deshalb eine eigentliche «Vollzugsoffensive» der Behörden.

Beim Homeoffice ortet der SGB zudem auch auf gesetzlicher Ebene Handlungsbedarf, etwa bei Fragen des Arbeitnehmerschutzes, der Materialkosten, der Auslagen sowie der Haftung. Zwar gibt es in der Schweiz ein Heimarbeitsgesetz. Dieses sei aber vor allem auf die Uhrenindustrie zugeschnitten. (sda)

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