Kritik an Auftritt von Kagame

Die Organisatoren des St. Gallen Symposiums werten es als «grossen Erfolg». Vier Jahre haben sie sich um Paul Kagame bemüht, vor zehn Tagen hat er zugesagt, heute tritt er in St. Gallen auf.

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Die Organisatoren des St. Gallen Symposiums werten es als «grossen Erfolg». Vier Jahre haben sie sich um Paul Kagame bemüht, vor zehn Tagen hat er zugesagt, heute tritt er in St. Gallen auf. Die Einladung an den ruandischen Präsidenten, der nur wegen des Symposiums anreist, steht in einem grösseren Kontext. Die Organisatoren wollen wegen des wirtschaftlichen Potenzials und des grossen Reservoirs an Talenten in Ostafrika Fuss fassen. «Kagame hat Ruanda nach dem Genozid geeint. Viele haben nun ein besseres Leben. Zu welchem Preis, das wollen wir den Präsidenten fragen. Ich bin überzeugt, dass er sich diesen Fragen stellt», sagt Johannes Berchtold, Chef der operativen Geschäftsleitung des Symposiums. Nicht alle sehen das so positiv. Es sei ein schlechtes Signal, dass die Uni St. Gallen Kagame eine Plattform biete, sagt Alexandra Karle von Amnesty International Schweiz. Ruanda gehört zwar zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Ländern Afrikas, der autoritär regierte Staat ist von demokratischen Verhältnissen aber sehr weit entfernt. Das Recht auf freie Meinungsäusserung ist stark eingeschränkt. Amnesty prangert zudem willkürliche Verhaftungen und Folterungen an. «Der wirtschaftliche Erfolg scheint Kagame recht zu geben. Leben unter so einem Regime will man aber nicht», schrieb die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» vor zwei Wochen. (ja.)

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