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KORRUPTIONSSKANDAL: Samsungs gefallener Kronprinz

Der Chef der Samsung-Gruppe, Lee Jae Yong, sitzt seit Februar im Gefängnis. Dort wird er auch bleiben: Gestern wurde er zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Samsungs Führungsspitze steckt in der Krise: Ihr Chef, Samsung-Erbe Lee Jae Yong, muss für fünf Jahre ins Gefängnis. Der Enkel des Firmengründers, der in der südkoreanischen Presse der «Prinz von Samsung» genannt wird, soll versucht haben, die politische Unterstützung der abgesetzten südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye zu kaufen. Diese sitzt ebenfalls in Untersuchungshaft, ihr Prozess läuft separat.

Lee soll einer Vertrauten der Präsidentin Schmiergeld in Millionenhöhe gezahlt haben, um die Zustimmung der Regierung zu einer Firmenfusion innerhalb der Samsung-Gruppe zu bekommen. Die Fusion war wichtiger Bestandteil eines Umbaus innerhalb Samsungs. Lee hatte ihn in die Wege geleitet, um den Einfluss seiner Familie auf das Kernstück des Konglomerats, Samsung Electronics, zu vergrössern. Samsung besteht aus mehreren Zweigen, die alle einen eigenen CEO an der Spitze haben. Der 49-Jährige gilt in Südkorea aber als faktischer Chef der Samsung-Gruppe, nachdem sein Vater Lee Kun Hee 2014 wegen eines Herzinfarkts hospitalisiert worden war.

Dem widersprach er vor Gericht: «Es gab keine Anordnungskette, in die ich eingebunden war. Ich hatte weder das Wissen noch die Kompetenz, Entscheidungen zu fällen.» Er sei nicht in die Geschäfte des gesamten Konglomerats eingebunden gewesen. Lees Anwalt kündigte gestern bereits Berufung an. Ein endgültiger Entscheid dürfte deshalb erst nächstes Jahr gefällt werden. Die Anklage hatte ursprünglich eine Strafe von zwölf Jahren Haft gefordert.

Währenddessen herrscht bei Samsung ein Machtvakuum. Nach Lees Verhaftung im Februar wurde sein Posten nicht neu besetzt. Ob das jetzt passieren wird, ist unklar. Wichtige strategische Entscheidungen könnten sich dadurch verzögern. Auch stellt sich die Frage, ob der Einfluss seiner Familie im Unternehmen dadurch geschwächt wird.

Der Fall wirft besonders hohe Wellen, weil Südkoreas Wirtschaft seit Jahren von mächtigen Dynastien, sogenannten Chaebols, dominiert wird. Lee ist nicht der erste Chaebol, der wegen eines Verbrechens verurteilt wird – aber der erste, der ernsthaft dafür bestraft wird. Dies zur Freude der südkoreanischen Bevölkerung, die der mächtigen Familiendynastien schon lange überdrüssig ist. Der derzeitige Präsident Moon Jae In hatte geschworen, deren Macht einzudämmen. Obwohl dies ein häufiges Versprechen von Politikern im Land ist, scheint zumindest das südkoreanische Gericht mit dieser Verurteilung auf die Stimmung im Land zu reagieren.

Lees Haftstrafe ist ein weiterer Kratzer im Ansehen des Unternehmens, das sich immer noch vom Reputationsverlust wegen der brennenden Samsung Note 7 erholt. Das neue Modell wurde diese Woche in New York vorgestellt. Obwohl das Handygeschäft noch nicht wieder auf dem alten Stand ist, erzielte Samsung im zweiten Quartal des Geschäftsjahres mit einem Überschuss von 10 Milliarden Franken einen Rekordgewinn. Gestern sank die Aktie zeitweise um ein Prozent.

Federico Gagliano

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