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Weil die Kommunikation boomt, bleibt der Ostschweizer Technologiekonzern Huber + Suhner zuversichtlich – auch wenn die Währungswirren die Fortschritte im 1. Halbjahr überdeckten.

Thorsten Fischer
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Der Datenverkehr wächst und ballt sich an Orten wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren. Huber + Suhner entwickelt Verbindungstechnik für die Netze. (Bild: ky/Christian Beutler)

Der Datenverkehr wächst und ballt sich an Orten wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren. Huber + Suhner entwickelt Verbindungstechnik für die Netze. (Bild: ky/Christian Beutler)

HERISAU. Vor ein paar Jahren stellte sich diese technologische Herausforderung noch nicht: An Ballungsorten wie Bahnhöfen, Busstationen oder Stadien nutzen viele Menschen gleichzeitig ihre Smartphones, verschicken Bilder oder betrachten Filme. Riesige Datenmengen kommen zusammen, die ohne Verzögerung über das Netz verschoben werden müssen. Für Huber +Suhner (H+S) sind das alles Wachstumsmärkte, für die sich das Unternehmen frühzeitig vorbereitet sieht. Das verdeutlichten Konzernchef Urs Kaufmann und Urs Ryffel, zuständig für die Fiberoptik-Division, an der H+S-Halbjahreskonferenz.

Den Datenverkehr bewältigen

Unter dem H+S-Konzerndach sind Komponenten für die unterschiedlichsten Verbindungstechnologien versammelt. Weil Datennetze heute selber sehr heterogen sind – vom Mobilfunk bis zur Glasfaser (Fiberoptik) – könne H+S in allen Bereichen Lösungen anbieten. Auch in Schwellenländern steht die 4. Mobilfunkgeneration unter dem Fachbegriff LTE im Ausbau. In entwickelten Ländern geht es laut Ryffel um die Verdichtung. Ergänzend sollen hier Funkzellen mit kleiner Funkleistung (small cells) helfen, den Datenverkehr vor Ort zu bewältigen. Für diesen Markt entwickelt H+S neue kompakte Verbindungssysteme. Die Leistung kleiner Funkzellen reicht maximal einige hundert Meter; die Antennen befinden sich nicht hoch auf einem Mast, sondern auf Strassenniveau. Speziell in der Schweiz haben Standorte grosser Mobilfunkantennen zu Diskussionen geführt, ob die Strahlung einen Einfluss auf die Gesundheit habe. Ryffel betonte, dass die Auffassung darüber je nach Land unterschiedlich ist.

Technisch betrachtet ist die Sendeleistung von small cells, die sich vielerorts integrieren lassen, geringer als jene einer grossen Antenne. Ryffel zeigte sich jedenfalls klar überzeugt, «dass sich die Vernetzung gesellschaftsverträglich umsetzen lässt». Ein Thema mit vielen Facetten, das durch das Internet der Dinge, das alles mit allem vernetzen soll, aktuell bleibt. Nicht immer bedeuten mehr Daten gleich auch den Ausbau der Infrastruktur. H+S etwa besitzt mit ihrer Firma Cube Optics die Möglichkeit, durch spezielle Technologie mehr aus bestehenden Glasfaserleitungen herauszuholen.

«Chance auf Aufschwung»

Während H+S technologisch in Aufbruchstimmung ist, musste der Konzern wie andere Schweizer Unternehmen im 1. Halbjahr Dämpfer durch die Aufhebung des Euromindestkurses hinnehmen. Verhalten war zudem die Entwicklung in China, wo sich Investitionen in Kommunikationsnetze verzögern. Der Umsatz schrumpfte leicht, der Gewinn brach deutlich ein (siehe Tabelle). Konzernchef Kaufmann ist fürs 2. Halbjahr leise zuversichtlich. Es gehe geradeaus, «mit Chance auf einen beginnenden Aufschwung».