Konkurrenz für die Post: Der Kampf im Päcklimarkt verschärft sich 

Rivalen der Post wollen sich ein grösseres Stück vom boomenden Paketmarkt abschneiden. Nach DHL steigt auch die St.Galler Quickmail in dieses Geschäft ein.

Thomas Griesser Kym
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Ein Elektrofahrzeug, mit dem Angestellte der neuen Quickmail-Division Quickpac ab Mai Pakete zustellen wollen. (Bild: PD

Ein Elektrofahrzeug, mit dem Angestellte der neuen Quickmail-Division Quickpac ab Mai Pakete zustellen wollen. (Bild: PD

Der Onlinehandel rund um Anbieter wie Aliexpress, Amazon, Digitec Galaxus oder Zalando bringt es mit sich: Es werden immer mehr Päckli verschickt. In der Schweiz verarbeitet allein die Post jährlich über 130 Millionen Pakete, Tendenz weiter steigend. 2017 betrug das Plus 6,2 Prozent. Vor 15 Jahren hat die Post ihr früheres Monopol im Paketmarkt vollständig ver­loren. Dennoch ist sie mit einem Anteil von fast 80 Prozent weiterhin deutlicher Marktführer, ungeachtet der Konkurrenz durch Kurierdienste wie DHL, DPD oder UPS. Die Post profitiert von ihrer flächendeckenden Logistikinfrastruktur, und in den nächsten Jahren investiert sie 150 Millionen Franken in drei neue Paketzentren.

Doch andere Anbieter ver­suchen die Post immer stärker ­ zu konkurrenzieren. So hat die Deutsche-Post-Tochter DHL vergangenes Jahr begonnen, für Pakete ein Netz an Aufgabestellen aufzubauen. Mit deren 400 ging man im September an den Start. Einer der Partner ist die Supermarktkette Spar. Und im Mai will der private Briefzusteller Quickmail aus St. Gallen mit der neuen Division Quickpac in den Paketmarkt einsteigen, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Start unter anderem im Thurgau

Wie Quickmail am Freitag ergänzend mitteilte, steht das erste Depot in Winterthur. Von dort aus beliefere man zunächst mit 35 Elektrofahrzeugen 11 Prozent der Schweizer Haushalte, vor allem in den Kantonen Thurgau und Zürich. Mit weiteren 15 Elektrofahrzeugen werden ab Hägendorf in Solothurn nochmals 5 Prozent der Haushalte angesteuert. Im dritten Quartal will man weitere 50 Elektrofahrzeuge in Betrieb nehmen. In den nächsten zwei Jahren will Quickpac zusätzliche Depots eröffnen, vorerst in den Regionen St. Gallen, Basel, Bern und Luzern. Pro Depot seien 100 bis 150 Vollzeitstellen geplant. Mittelfristig soll Quickpac 1200 Vollzeitstellen und ebenso viele Elektrofahrzeuge umfassen.

Wie DHL will auch Quickpac preislich und mit Geschwindigkeit in der Zustellung punkten. Quickpac wirbt zudem gegen Aufpreis mit Abendzustellung zwischen 17 und 21 Uhr sowie Zustellung am gleichen Tag, DHL bietet in den Ballungszentren Samstaglieferung und bis 20 Uhr ohne Aufpreis an. Aber auch die Post schläft nicht: Sie holt zum Beispiel Pakete mit pick@home bei den Kunden zu Hause ab, liefert Onlinebestellungen auch am Abend oder am Samstag, und sie stellt Pakete in einen My-Post-24-Automaten ein, wo sie der Kunde jederzeit abholen kann.