KONJUNKTUR: Zugang zu US-Markt wichtig für Ostschweizer Unternehmen

Die Exporte der Ostschweizer Unternehmen haben 2016 um 4,3 Prozent zugelegt. Weil aber zahlreiche Unternehmen wegen des Währungsnachteils ihre Preise senken mussten, verschlechterten sich die Margen. Sorgen bereitet die Entwicklung in den USA.

Drucken
Teilen
Für die Ostschweiz sind die Vereinigten Staaten hinter Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt. (Bild: Keystone)

Für die Ostschweiz sind die Vereinigten Staaten hinter Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt. (Bild: Keystone)

Für die Ostschweiz seien die Vereinigten Staaten hinter Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Konjunkturumfrage, die das St.Galler Amt für Wirtschaft jeweils in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen ecopol, der St.Galler Kantonalbank sowie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich veröffentlicht.

Rund die Hälfte des Handelsüberschusses erziele die Ostschweiz mit den USA: Für 900 Mio. Franken seien 2016 alkoholfreie Getränke exportiert worden. Die Maschinen− und Elektroindustrie habe Waren im Wert von 480 Mio. Franken ausgeführt. Danach folgen Metalle mit 340 Mio. Franken und Präzisionsinstrumente mit 250 Mio. Franken.

US-Border Tax droht
Für die Unternehmen sei nicht nur der direkte Zugang zum US-Markt wichtig, sondern auch derjenige ihrer Kunden in den europäischen Ländern. Besonders treffen würde die Ostschweizer Wirtschaft eine geplante «Border Tax», eine Importsteuer von 20 Prozent, hinter der die Republikanische Partei stehe, heisst es in der Mitteilung.

2016 konnten die Ausfuhren aus der Ostschweiz um 4,3 Prozent zulegen und wuchsen damit stärker als die Exporte der Schweiz (3,8 Prozent). Trotz Produktivitätssteigerungen hätten sich die Margen verschlechtert. Die Folge davon sei eine rückläufige Investitionstätigkeit.

Befriedigend bis gut
In der Maschinenindustrie stieg die Kapazitätsauslastung zuletzt auf «sehr hohe 94 Prozent» an. Trotz anhaltenden Problemen mit Einkaufstourismus und Onlinehandel erwarten die regionalen Detailhändler laut der Konjunkturumfrage in den kommenden Monaten eine Umsatzzunahme und eine Verbesserung des Geschäftsganges.

In der Bauwirtschaft werde die Geschäftslage als «befriedigend bis gut» bezeichnet. Im Hochbau wiesen die Baubewilligungen auf eine weiterhin rege Bautätigkeit vor allem für Mietwohnungen hin. (sda)