Konjunktur
Vorarlberger Industrie ist wieder optimistisch – zwei Drittel der Betriebe sprechen von guter Geschäftslage

Es geht wieder aufwärts in der Vorarlberger Industrie. Das zeigt die aktuelle Umfrage der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Fast ist das Niveau von vor der Coronakrise erreicht.

Stefan Borkert
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Die Metallindustrie ist eine Stütze der Vorarlberger Wirtschaft.

Die Metallindustrie ist eine Stütze der Vorarlberger Wirtschaft.

Benjamin Manser

Vorarlbergs Industrie ist auf Erholungskurs, heisst es bei der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg. Und nach dem Einbruch Anfang bis Mitte des vergangenen Jahres geht es seitdem wieder steil bergauf, berichtet auch das österreichische Fernsehen ORF. Der Geschäftsklima-Index der Vorarlberger Industrie hat sich, laut einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftskammer, gegenüber dem dritten Quartal 2020 nochmals leicht verbessert. Er stieg von 19,50 auf 24,60 Prozentpunkte an und erreicht damit fast Vorkrisenniveau.

Markus Comploj, Spartenobmann Industrie, Wirtschaftskammer Vorarlberg.

Markus Comploj, Spartenobmann Industrie, Wirtschaftskammer Vorarlberg.

ikp
«Um diesen erfolgreichen Weg auch weiter fortführen zu können, benötigen wir eine gewisse Planungssicherheit und gute Rahmenbedingungen»,

sagt der Spartenobmann Industrie in der Wirtschaftskammer, Markus Comploj.

Arbeitskräfte gesucht

Fast zwei Drittel aller Betriebe bezeichnen gemäss der Umfrage die Geschäftslage aktuell als gut. Das wirke sich auch auf die Arbeitsplätze aus. Laut Comploj würden 58 Prozent der Betriebe dringend Mitarbeitende suchen.

«Um diesen Weg erfolgreich fortsetzen zu können, wird mehr Planungssicherheit zu einer zentralen Frage und Forderung für die kommenden Monate. Das muss einhergehen mit dem konsequenten Umsetzen der Test- und Impfstrategie»,

betont Comploj. Die Metallindustrie sei der Hauptmotor der Konjunktur im Land, ergänzt er. 79 Prozent dieser Unternehmen bezeichnen die Geschäftslage demnach derzeit als gut. Druck herrscht aber weiterhin auf die Verkaufspreise. Elf Prozent erwarten eine fallende Preisentwicklung, kein Unternehmen rechnet mit steigenden Preisen.

Sorgenkinder sind die Lebensmittel- und Textilindustrie. Die Lage der Lebensmittelindustrie sei eher schwierig, äussert sich der Geschäftsführer Industrie der Wirtschaftskammer, Michael Amann. Es gebe Unternehmen, denen der Lockdown und damit das Ausbleiben von Touristen schwer zu schaffen mache.

Textilbranche in Schieflage

Probleme hat auch die Textilbranche von Vorarlberg. Gemäss Umfrage bewerten nur sieben Prozent der Firmen die Auftragslage als gut. 23 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einem abnehmenden Mitarbeiterbestand aus.

Verbesserte Rahmenbedingungen wie Digitalisierung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie wären Gebote der Stunde, sagt Spartenobmann Comploj, der an die Politik appelliert auch die Kinderbetreuung auszubauen, und zwar von 7 Uhr früh bis am Abend.