KONJUNKTUR: Thurgauer Industrie nimmt Fahrt auf

Produktion, Exporte und Bestellungseingang beleben seit Jahresbeginn die Industrie im Kanton Thurgau. Jeder dritte Betrieb meldet eine gute Geschäftslage.

Stefan Borkert
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Die Stimmung in der Thurgauer Wirtschaft bessert sich zusehends. Allerdings kommt der Detailhandel wegen des starken Frankens und des Einkaufstourismus nicht vom Fleck.

Gemäss der jüngsten Ausgabe des «Thurgauer Wirtschaftsbarometers», das vom Kanton, der Thurgauer Kantonalbank und der Industrie- und Handelskammer Thurgau gemeinsam getragen wird, hat Anfang April jeder dritte Betrieb eine gute Geschäftslage gemeldet. Drei Monate zuvor waren es nur gerade halb so viele. Im gleichen Zeitraum reduzierte sich der Anteil der Betriebe mit einer schlechten Geschäftslage von 12% auf 3%. Die Mehrheit der Betriebe, rund 60%, bezeichnet die eigene Si­tuation als befriedigend. Insbesondere der Bestellungseingang belebte sich demnach in den ersten Monaten 2017 deutlich. Damit hat sich auch der Auftragsbestand verbreitet erhöht.

Exporte nehmen kräftig zu

Erstmals seit Jahren wird der Auftragsbestand als nahezu normal und nicht mehr als markant zu niedrig eingestuft. Mit dem lebhafteren Eingang von Bestel­lungen laufe auch die Produktion auf höheren Touren, heisst es weiter. Die Exporte aus dem Kanton Thurgau nahmen im ersten Quartal 2017 um 8,6% zu. Damit festigte sich die Aufwärtsbewegung, die sich bereits Ende 2016 abgezeichnet hat. Zum Exportergebnis beigetragen haben vor allem Mehrausfuhren der Maschinenindustrie (+13%). Aber auch die chemisch-pharmazeutische Industrie, die Fahrzeugbranche und die Metallindustrie starteten erfolgreich ins Exportjahr 2017.

Auf die nahe Zukunft blicken die Thurgauer Industriebetriebe noch mit verhaltener Zuversicht. Bis zum Herbst 2017 gehen 61% der Betriebe von einer unveränderten Geschäftslage aus, 24% erwarten eine Aufhellung und 15% eine Eintrübung. Das Thurgauer Baugewerbe meldet nach wie vor eine gute Geschäftslage. Die Betriebe rechnen damit, dass die Geschäfte auch in den kommenden beiden Quartalen lebhaft laufen.

Detailhandel tritt auf der Stelle

Die Situation im Thurgauer Detailhandel bleibt unterdessen schwierig. Anfang April 2017 beurteilten 37% der Detailhändler ihre Geschäftslage als schlecht, und nur 8% als gut. Trotzdem sehen die Detailhändler der nahen Zukunft verhalten positiv entgegen.

Stefan Borkert

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