Konjunktur im Kanton St. Gallen kühlt ab

ST. GALLEN. Die St. Galler Regierung rechnet nach der Aufgabe des Euromindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank mit einer konjunkturellen Abkühlung und leicht steigenden Arbeitslosenzahlen. St. Gallen sei als Grenzkanton besonders betroffen. St.

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ST. GALLEN. Die St. Galler Regierung rechnet nach der Aufgabe des Euromindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank mit einer konjunkturellen Abkühlung und leicht steigenden Arbeitslosenzahlen. St. Gallen sei als Grenzkanton besonders betroffen. St. Gallen sei ein Exportkanton und habe im schweizerischen Vergleich eine überdurchschnittliche Technologiedichte, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei.

Der Tourismus lebe zwar zum grossen Teil von Schweizer Gästen, der Rückgang der zahl der Logiernächte werde sich aber weiter akzentuieren, weil ein Teil der Schweizer Gäste ins günstigere Ausland ausweiche.

Wettbewerbsfähigkeit leidet

Die Regierung rechnet vor allem in der Exportindustrie, im Tourismus und im Detailhandel mit einer konjunkturellen Abkühlung. Die Aufgabe des Mindestkurses zum Euro bedeutete eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit. 2014 haben die Exporte aus St. Gallen gegenüber dem Vorjahr um 3,3% zugenommen. Deutschland bleibt mit rund 30% der wichtigste Kunde. Dorthin stagnierten die Exporte, während sie nach Österreich, Frankreich und Italien zulegen konnten. Mit einem Plus von rund 160 Mio. Fr. erzielten die USA als zweitbester Kunde des Kantons St. Gallen den höchsten Zuwachs.

Gerade im St. Galler Rheintal sei der Aussenhandel, auch im Vergleich zu anderen Regionen, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Wert der Exporte sei dort fast zweieinhalbmal so gross wie jene der Region Wil, die 2014 an zweiter Stelle stand.

Mehr Arbeitslose

Ende März waren im Kanton 11 080 Stellensuchende bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum gemeldet. Davon waren 6482 arbeitslos. Trotz des saisonal bedingten Rückgangs der Arbeitslosenzahlen sei auf mittlere Sicht mit einem Anstieg zu rechnen, schreibt die Regierung. Die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit beantragt haben, habe sich im 1. Quartal auf relativ tiefem Niveau erhöht. (bor)

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