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KONJUNKTUR: Boom in der Ostschweiz

Die Ostschweizer Industrie ist zu Beginn des Jahres auf Wachstumskurs. Im Baugewerbe läuft der Konjunkturmotor rund. Der Detailhandel kommt kaum vom Fleck.
Stefan Borkert

Stefan Borkert

Die Weltwirtschaft erlebt derzeit einen kräftigen und synchronen Aufschwung. Der US-Konjunkturmotor brummt, die Wirtschaft im Euroraum wächst dynamisch und auch in den grossen Schwellenländern stellt sich die Entwicklung positiv dar.

Das verleiht auch der Ostschweizer Wirtschaft Rückenwind. Der regionale Konjunkturindex ist im Januar rasant angestiegen und erreicht nun wieder das Vorkrisenniveau. Wachstumsstütze der regionalen Wirtschaft waren gemäss der aktuellen Konjunkturumfrage der St. Galler Kantonalbank (SGKB) im letzten Quartal die Exporte.

Exporte in die Eurozone steigen um 8 Prozent

«Noch nie wurden so viele Güter aus dem Kanton St. Gallen exportiert wie 2017», sagt Peter Eisenhut, der mit seiner Firma Ecopol die Umfrage für die SGKB erstellt. Begünstigt durch die Erstarkung des Euro legten demnach letztes Jahr die Ausfuhren der Ostschweiz in die Länder der Eurozone um 8 Prozent zu. In den «Rest der Welt» nahmen die Exporte um 3,2 Prozent zu. Angetrieben durch die Nachfrage aus der ganzen Welt hat sich das Produktionsniveau der Industriebetriebe in der Region St. Gallen-Appenzell erhöht. Als dessen ­Folge ist die Auslastung der Maschinenkapazitäten in der Industrie im Januar 2018 auf 88 Prozent angestiegen.

Diese überdurchschnittlich hohe Auslastung wiederspiegle die gute Konjunkturlage und werde zu einem Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen führen. Besonders erfreulich sei die Wende bei der Ertragssituation. Im Januar meldeten 30 Prozent der Industriefirmen eine Verbesserung der Ertragslage. Weiter heisst es im Bericht, dass die Maschinenindustrie im Höhenflug sei. In der Metallindustrie helle sich die Stimmung auf. Die Elektrotechnik gebe Gas, die Kunststoff- und Chemiebranche erwarte einen heissen Frühling. In der Textilindustrie habe die Wende zum Besseren eingesetzt. Ausschliess-lich im grafischen Gewerbe halte aber die konjunkturelle Flaute an.

Tiefbau fehlt Wind in den Segeln

Auch der Motor der Bauwirtschaft läuft noch immer rund. Allerdings zeigen sich Differenzen in den Subbranchen. So haben die Geschäfte im Bauhauptge-werbe etwas nachgelassen. Vor allem dem Tiefbau fehlt der Wind in den Segeln. Die Hochbaufirmen seien zwar eher zufrieden mit der Bautätigkeit, machten sich aber Sorgen über den zunehmenden Leerbestand an Mietwohnungen und eine damit verbundene Abflachung bei den Neubauten.

Im Ausbaugewerbe sei die Stimmung hingegen nach wie vor gut. Sowohl die Geschäftslage als auch der Auftragsbestand würden beinahe unisono als befriedigend bis gut beurteilt und auch die Aussichten seien intakt. Die Baubranche insgesamt erwartet, dass sich die Bautätigkeit in den kommenden Monaten auf dem aktuellen Stand halten wird.

Was bleibt, sind die Sorgenfalten der Detailhändler. Im gesamten Jahr 2017 sind Umsätze zum dritten Mal in Folge gesunken. Laut Eisenhut liegen in der längerfristigen Perspektive die nominellen Umsätze rund 5 Prozent unter dem Stand des Jahres 2010. Der Einkaufstourismus und die zunehmende Digitalisierung rütteln die Branche kräftig durch. Der stärker gewordene Euro scheint den regionalen Detailhändlern aber Mut zu geben. Laut Umfrage erwarten sie in den kommenden Monaten eine Aufhellung der Geschäftslage.

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