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KOMMENTAR: Auch in Zukunft der starke Mann bei Stadler Rail

"Mit dem Rücktritt als CEO der Firma Stadler Rail schafft sich Peter Spuhler Raum, um sich verstärkt den strategischen Aufgaben zu widmen", schreibt Wirtschaftsredaktor Thomas Griesser Kym in seinem Kommentar.
Peter Spuhler (links) mit seinem Nachfolger Thomas Ahlburg. (Bild: Keystone)

Peter Spuhler (links) mit seinem Nachfolger Thomas Ahlburg. (Bild: Keystone)

Peter Spuhler hat in seinen 30 Jahren als Chef von Stadler Rail vieles richtig gemacht, wenn nicht gar das meiste. Davon zeugt allein schon das Wachstum der Firma. Aus der kleinen Werkstätte mit 18 Mitarbeitenden, die Spuhler 1989 übernommen hat, ist über die Jahre ein Konzern mit über 7000 Beschäftigten und über 2 Milliarden Franken Umsatz gewachsen. Auch Durststrecken wie temporäre Rückgänge der Aufträge etwa von Staatsbahnen aus Westeuropa während der Finanzkrise oder die Frankenstärke hat Spuhler mit Bravour gemeistert und ohne Entlassungen.

Doch das kontinuierliche Wachstum hat Stadler verändert. Und das gilt auch für die Märkte. Das Unternehmen ist heute global aufgestellt, betreibt Werke in vielen Ländern auf mehreren Kontinenten. Auch die Produktepalette ist im Laufe der Zeit immer breiter geworden. Baute Stadler zu Beginn lediglich simple Triebwagen, so umfasst das Sortiment heute auch Strassenbahnen, Zahnradbahnen, Lokomotiven, Hochgeschwindigkeitszüge usw. Ebenso rasant vorwärts geht es in der Technik: Digitalisierung, Sicherheit oder Signaltechnik spielen im Eisenbahnverkehr eine immer wichtigere Rolle – was zudem die Komplexität der Ausschreibungen erhöht. Und nicht zuletzt wird der Kampf um Aufträge mit zunehmend härteren Bandagen geführt. Dabei drängt der chinesische Staatskoloss CRRC immer heftiger auf ausländische Märkte vor, und die Konkurrenten Bombardier und Siemens wälzen Pläne zur Zusammenlegung ihrer Bahnsparten.

Angesichts dieser wirbelnden Märkte ist es sinnvoll, dass sich Spuhler ein Stück weit entlastet und die operative Führung des Konzerns in neue Hände legt. Zumal mit Thomas Ahlburg ein Nachfolger bereitsteht, dessen beruflicher Leistungsausweis darauf schliessen lässt, dass hier ein Mann anpackt, der sein Metier versteht. Als Ahlburg im Frühling 2012 als neuer Leiter des grössten Standorts am Hauptsitz in Bussnang zu Stadler stiess, gab Spuhler gleichzeitig auch die Leitung der Division Schweiz an Markus Bernsteiner ab. Insofern ist der nun bevorstehende Wechsel an der operativen Spitze ein nächster, folgerichtiger Schritt.

Mit seiner Konzentration aufs Verwaltungsratspräsidium schafft sich Spuhler Raum, um sich verstärkt den strategischen Aufgaben zu widmen. Denkbar, dass dabei dereinst auch Projekte wie grössere Übernahmen aufs Tapet kommen – oder ein Börsengang, mit dem Spuhler die Frage seiner Nachfolge in der Eigentümerschaft lösen könnte. Vorderhand bleibt indessen klar: Als Präsident und als Mehrheitsaktionär wird Spuhler in zentralen operativen Fragen auch in naher Zukunft ein gewichtiges Wort mitreden.

Thomas Griesser Kym
thomas.griesser@tagblatt.ch

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