Knackpunkte für Freihandel rund um den Pazifik

ATLANTA. Die Hauptstadt des US-Staats Georgia, Atlanta, ist nicht nur die Heimat von Coca-Cola, sondern auch Gastgeber der vielleicht letzten Runde der Verhandlungen über die Transpazifische Partnerschaft (TPP). Bei beiden spielt Zucker eine nicht unwesentliche Rolle.

Christian Mihatsch
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ATLANTA. Die Hauptstadt des US-Staats Georgia, Atlanta, ist nicht nur die Heimat von Coca-Cola, sondern auch Gastgeber der vielleicht letzten Runde der Verhandlungen über die Transpazifische Partnerschaft (TPP). Bei beiden spielt Zucker eine nicht unwesentliche Rolle. Australien will, dass die USA ihren Zuckermarkt öffnen, und kann dabei auf die Unterstützung Coca-Colas sowie von 45 US-Parlamentariern zählen. Diese schreiben an US-Chefunterhändler Michael Froman: «Immer wieder ist der inländische Zuckerpreis doppelt so hoch wie der Weltmarktpreis. Das hat US-Firmen und Konsumenten seit 2008 geschätzte 15 Milliarden Dollar gekostet.»

Wie ehrgeizig das geplante TPP-Abkommen wird, hängt jedoch von drei anderen Themen ab: Milchquoten, dem Anteil lokaler Komponenten in Autos und Patenten für Biopharmazeutika.

Mexiko und Kanada wollen, dass ein möglichst grosser Teil eines Autos aus einem TPP-Land stammen muss, damit es zollfrei gehandelt werden darf. Japan will einen möglichst kleinen Teil, weil viele japanische Autobauer im Nicht-TPP-Land Thailand Komponenten fertigen. Gesucht wird auch eine Lösung für die Milchquoten. Australien und Neuseeland wollen besseren Zugang zum US-Milchmarkt. Die US-Milchbauern verlangen im Gegenzug besseren Zugang zum kanadischen und japanischen Milchmarkt, doch Kanada will aus Interesse seiner Bauern an hohen Preisen den heimischen Milchmarkt weiterhin abschotten. Bei Biopharmaka wollen die USA den Markteintritt von Generika nach Ablauf des Patentschutzes von Originalpräparaten länger verzögern als Australien.

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