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CS-Studie: Schweizer KMU
erwarten schwachen Euro

Gemäss einer Umfrage der Credit Suisse rechnen die kleinen und mittleren Schweizer Firmen bis Ende Jahr mit einem stabilen und tiefen Eurokurs von 1,15 Franken.
Daniel Zulauf
Bleibt der Franken auch 2019 so stark gegenüber dem Euro? Ein Grossteil der CS-Kunden meint Ja. (Bild: Martin Rütschi/Keystone; Zürich, 9. August 2011)

Bleibt der Franken auch 2019 so stark gegenüber dem Euro? Ein Grossteil der CS-Kunden meint Ja. (Bild: Martin Rütschi/Keystone; Zürich, 9. August 2011)

Der Höhenflug des Euro, der die Gemeinschaftswährung im Frühling des vergangenen Jahres kurzzeitig auf die Marke von 1,20 Franken zurückkehren liess, wird sich heuer kaum wiederholen. So lässt sich jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage unter 760 Schweizer KMU-Firmen verstehen, welche die Credit Suisse zu deren Erwartungen für die Entwicklung der Wechselkurse im neuen Jahr befragt hat.

Im Durchschnitt erwarten die Unternehmen bis Ende 2019 einen Eurokurs von 1,15 Franken. Dazu müsste sich der Euro im Vergleich zum aktuellen Kurs von etwas über 1,12 Franken noch rund 2,5 Prozent aufwerten. Die Credit Suisse selber geht für Dezember 2019 aber von einem Eurokurs von 1,20 Franken aus. Sie liegt damit deutlich über dem Konsens.

Starke Differenzen zwischen Schätzung und Realität

Die monatlich berechnete Durchschnittsschätzung von über 20 Ökonomen belief sich am 10. Dezember 2018 auf 1,164 Franken, gemäss Auskunft von «Consensus Economics». Die gemittelten Werte schwankten allerdings in einer grossen Bandbreite zwischen 1,07 und 1,23 Franken.

Die Credit Suisse hat die Wechselkurs-Umfrage nun zum dritten Mal durchgeführt. In der ersten Befragung im Jahr 2017 waren die Firmen mit einem geschätzten Euro-Jahresend-Kurs von 1,08 Franken sehr weit vom effektiven Wert von nahezu 1,17 Franken entfernt gewesen.

2018 rechneten die Unternehmen dann, im Gegensatz zum Vorjahr, mit einem deutlich stärkeren Euro (1,17 Franken) als sich dieser am Ende des Jahres tatsächlich (1,13 Franken) präsentierte. Die aktuelle Prognose ist mehr oder weniger eine Fortschreibung des Kursverlaufs der vergangenen sechs Monate. Die entspricht dem typischen Muster von Wechselkursprognosen. Spannender sind deshalb Prognosen, die grössere Abweichungen vom historischen Kursverlauf zeigen.

Das gilt zum Beispiel für die Prognose der Credit Suisse, die den Euro Ende Jahr den aktuellen Unkenrufen zum Trotz wieder bei 1,20 Franken sieht. Auch die UBS rechnet mit einer Erstarkung der Gemeinschaftswährung auf 1,20 Franken: UBS-Devisenspezialist Thomas Flury erwartet einen Stimmungsumschwung in der Eurozone, der der Währung in den nächsten zwölf Monaten Aufschub geben sollte. Das zum Jahreswechsel beendete Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zen­tralbank und die Aussicht auf eine Wende bei den Zinsen bilden nach Flurys Meinung gute Voraussetzungen für ein Comeback des Euro. Hinzu kommt die Wahl eines neuen EZB-Chefs, die als zusätzliches Signal für einen geldpolitischen Kurswechsel genutzt werden könnte.

Ein starker Euro käme auch der Nationalbank entgegen

Eine Stärkung der Einheitswährung wäre zunächst für die vielen exportorientierten Schweizer ­Industriefirmen eine Erlösung. Nach einer Einschätzung des Industriebranchenverbandes Swissmem hat sich eine Mehrheit der Exportfirmen auf einen dauerhaften Eurokurs von 1,15 Franken eingestellt und die Produktionsstrukturen entsprechend kalibriert. Ein Eurokurs über dieser Schwelle brächte den Firmen willkommene Zusatzgewinne, die sich zum Wiederaufbau der nach den beiden Frankenschocks seit 2010 verloren gegangenen Sub­stanz einsetzen liesse.

Auch der Nationalbank käme ein steigender Eurokurs stark entgegen. Zurzeit sieht sich die Notenbank mit Blick auf die ­anhaltende Überbewertung der Schweizer Valuta nicht in der Lage, vom scharfen Negativzinsregime abzurücken.

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