Klinik Seeschau vergrössert sich

KREUZLINGEN. Die Kreuzlinger Privatklinik Seeschau steht vor einer Erweiterung in drei Etappen. Die Leistungen und Patienten nehmen trotz saisonaler Schwankungen so nachhaltig zu, dass bis 2017 gut 12 Millionen Franken investiert werden.

Christof Lampart
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Die Klinik Seeschau in Kreuzlingen braucht mehr Räumlichkeiten. Das Baugesuch ist eingereicht. (Bild: pd)

Die Klinik Seeschau in Kreuzlingen braucht mehr Räumlichkeiten. Das Baugesuch ist eingereicht. (Bild: pd)

Zeit, um sich zurückzulehnen, hat Christian Juchli, Seeschau-Direktor und Verwaltungsratspräsident kaum. Denn seit er die Klinik sozusagen über Nacht 1991 von seinen bei einem Flugzeugabsturz in Botswana ums Leben gekommenen Eltern übernahm, hat sich vieles geändert. Von der kleinen bekannten Privatklinik hat sich unter Juchlis Führung die Klinik Seeschau zu einer Privatklinik für Gynäkologie, Orthopädie, Viszeralchirurgie, Handchirurgie, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Urologie, Ophthalmologie sowie Anästhesiologie und Schmerztherapie entwickelt.

81 Mitarbeiter und 23 Belegärzte, also selbständige Fachärzte, welche eine eigene Praxis betreiben und ihre Patienten in der Klinik Seeschau behandeln, sorgen für einen möglichst reibungslosen Betrieb. Momentan verfügt die Klinik über 32 stationäre und 10 ambulante Betten. In den ersten sechs Monaten und im letzten Quartal, wenn Hochsaison herrscht, kann es, da die Seeschau eine Aufnahmepflicht hat, schon vorkommen, dass alle Betten belegt sind. So wurden im Jahr 2013 1414 stationäre und 2413 ambulante Patientinnen und Patienten behandelt.

Sprung auf die Spitalliste

Es sei gerade dieser Mix aus individueller Betreuung und Belegarztmodell, welcher die Seeschau zum nachhaltigen Erfolgsmodell werden liess, resümiert Christian Juchli. Die positive Entwicklung akzentuierte sich, als die Privatklinik 2012 den Sprung auf die revidierte Spitalliste des Kantons Thurgau schaffte. Mit diesem geht jedoch auch ein gewisser Leistungsausbau einher, müssen doch vermehrt Allgemeinversicherte aufgenommen werden. Heute sind 55 Prozent aller Seeschau-Patienten allgemein versichert, 90 Prozent der Patienten sind Thurgauer. «Bei den Allgemeinversicherten sind wir sehr gut ausgelastet, wohingegen wir bei den Halb- und Privatversicherten saisonale Schwankungen haben», sagt Christian Juchli.

Deshalb wurde im April 2014 das Baugesuch für einen Erweiterungsbau eingereicht. Im Herbst 2014 soll der Spatenstich für die erste von total drei Erweiterungsetappen erfolgen. Für nicht weniger als 12 Millionen Franken sollen bis 2017 fast überall Anpassungen erfolgen.

Die erste Etappe umfasst die Erstellung des medizinischen Erweiterungsbaus mit der «Intermediate Care Unit» als Kernstück. Dabei handelt es sich um ein Zwischending aus Intensiv- und Aufwachstation, mit welchem die Patienten mit grösseren Eingriffen postoperativ optimal betreut werden können. Ebenso umfasst die erste Bauetappe neun zusätzliche Betten auf der Allgemeinabteilung sowie zusätzliche Räume für das Pflegepersonal und für die Belegärzte. Auf dem Dachgeschoss mit schöner Aussicht auf die Parkumgebung wird die Privatabteilung mit einer neuen Lounge «Seeschau privé» erweitert. In der zweiten Etappe werden die bisherigen Allgemeinzimmer auf der Nordseite modernisiert. Im Erdgeschoss wird die Lingerie ins Untergeschoss des neu zu erstellenden Erweiterungsbaus verlagert und der dadurch frei gewordene Raum für die Vergrösserung der Kücheninfrastruktur genutzt. Im Untergeschoss entstehen moderne Therapieräume und die Radiologie-Infrastruktur wird modernisiert.

Bei führenden Spitälern dabei

«Im Infrastrukturbereich haben wir einen gewissen Raumbedarf», räumt Christian Juchli ein, der die Seeschau zusammen mit Ehefrau Corinne (Leiterin Hotellerie) und Bruder Martin (Leiter Personal/Finanz- und Rechnungswesen) leitet. Seit drei Jahren ist die Privatklinik Mitglied der Vereinigung «The Swiss Leading Hospitals» und hat 2013 erfolgreich die Zertifizierung nach ISO 9001:2008 abgeschlossen. In der dritten Phase sollen der Eingangsbereich erneuert, die Cafeteria vergrössert und beim Empfang durch zusätzliche Büros dem Diskretionsbedürfnis der Patienten besser Rechnung getragen werden.

Direktor Christian Juchli stattet den Klinik-Zebras einen Besuch ab. (Bild: Christof Lampart)

Direktor Christian Juchli stattet den Klinik-Zebras einen Besuch ab. (Bild: Christof Lampart)