Neues Fährschiff verkehrt klimafreundlich auf dem Bodensee

Konstanz investiert 18 Millionen für die Verbindung zwischen Meersburg und Staad.

Stefan Borkert
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Die neue Fähre wird auf der Schiffswerft Fussach zusammengebaut.

Die neue Fähre wird auf der Schiffswerft Fussach zusammengebaut.

PD

ÖV Das neue 18 Millionen Euro teure Fährschiff der Stadtwerke Konstanz wird deutlich weniger Schadstoffe ausstossen und klimafreundlicher sein als vergleichbare Schiffe. Das Fährschiff wird auf der Strecke Konstanz–Meersburg eingesetzt. Das haben die Konstanzer Stadtwerke bekannt gegeben. Als Treibstoff wird verflüssigtes Erdgas dienen. So entstehen ­keine Russpartikel. Ausserdem werden die Emissionen von Stickoxiden mehr als 80 Prozent tiefer sein im Vergleich zum Schwesterschiff «Lodi». Auch beim Ausstoss von klimaschädlichem Kohlendioxid werden demnach deutliche Verbesserungen erzielt.

In Zukunft Biogas aus der Region

Norbert Reuter, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz, sagt: «So können wir die Verbindung zwischen Konstanz und Meersburg umweltfreundlicher machen.» Man strebe an, die Fähre in Zukunft nur noch mit Biogas aus der Region zu betreiben, ergänzt der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke.

Die Teile der neuen Fähre wurden in der Hamburger Werft Pella Sietas gefertigt und danach in die Vorarlberger Werft in Fussach transportiert. Dort wird die Fähre nun zusammengebaut. Der Innenausbau wird dann im Fährehafen Kon­stanz-Staad erfolgen. Ab Herbst 2020 beginnen die Testfahrten.

Entwickelt wurde der MTU-Gasmotor von Rolls-Royce in Friedrichshafen. Peter Kunz, Projektleiter des Gas­motors, erklärt: «Wir erproben in der Fähre zwei Achtzylinder-Motoren mit je 746 Kilowatt Leistung.» Es sei damit das erste Binnenfahrgastschiff Europas, das von schnelllaufenden reinen Gasmotoren angetrieben werde. 

Die Autofähre "Lodi" der Stadtwerke Konstanz verkehrt zwischen Meersburg und Konstanz.

Die Autofähre "Lodi" der Stadtwerke Konstanz verkehrt zwischen Meersburg und Konstanz.

Bild: Peter Allgaier,pd