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Kleidersammler Texaid legt erstmals Zahlen offen

Nach der Kritik der letzten Tage geht die Firma Texaid in die Offensive – und weist einen Verlust aus.
Livio Brandenberg
Das Sammlungsunternehmen Texaid stand zuletzt stark in der Kritik. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Das Sammlungsunternehmen Texaid stand zuletzt stark in der Kritik. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Der Aufschrei in den Medien war gross: Vor einer Woche machte der «Sonntags-Blick» publik, dass der Chef des Altkleider-Sammlungsunternehmens Texaid im steuergünstigen Baar zwei Häuser mit Umschwung gekauft habe und diese nun abreissen wolle, um zwei noch grössere Villen zu bauen. Auf Kritik stiess dieses Vorhaben, weil Texaid sein Geld mit gespendeten Kleidern, Schuhen sowie Haushaltstextilien verdient.

Das Unternehmen wurde 1978 von einem Unternehmer und den sechs Hilfswerken Schweizerisches Rotes Kreuz, Winterhilfe Schweiz, Solidar Suisse, Caritas Schweiz, Kolping Schweiz und Hilfswerke der Evangelischen Kirchen Schweiz gegründet. Ihnen gehört die Firma heute noch zur Hälfte. Die andere Hälfte gehört einer privaten deutschen Investorin. Der eingangs genannte CEO von Texaid ist der Sohn dieser Eigentümerin.

Auf Nachfragen von Medien wollte sich Texaid in den letzten Tagen nicht zu Gewinn oder dessen Ausschüttung an die Eigentümer äussern. Doch nun vollzieht das Unternehmen mit Hauptsitz in Schattdorf im Kanton Uri eine Kehrtwende: Transparenz sei «zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur», schreibt Texaid in einer am Freitagabend verschickten Mitteilung. Und weiter: «Aufgrund der öffentlichen Diskussion in den letzten Tagen haben die Aktionäre und der Verwaltungsrat der Texaid Textilverwertungs-AG daher beschlossen, künftig die Geschäftszahlen zu veröffentlichen.»

Knapp 8 Millionen gingen an Hilfsorganisationen

So habe die Texaid-Gruppe im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 87 Millionen Franken und ­einen operativen Verlust von 700'000 Franken verzeichnet. Im Vorjahr habe noch ein Gewinn von 0,6 Millionen resultiert.

Texaid Schweiz, mit seinen rund 130 Mitarbeitern, hat das Jahr 2017 gemäss Communiqué mit einem operativen Gewinn von 2,9 Millionen Franken abgeschlossen; der Unternehmensgewinn betrug demnach 1,3 Millionen. 2016 hatte dieser noch bei 1,9 Millionen gelegen.

An Schweizer gemeinnützige Organisationen wurden laut Texaid inklusive Dividende zirka 7,8 Millionen ausbezahlt (Vorjahr: 7,2 Millionen). Die an die privaten Aktionäre ausgerichtete Dividende für 2017 betrug 300'000 Franken; 2016 waren es noch 150'000 Franken gewesen. Der Lohn des CEO für das Jahr 2017 habe übrigens 382'500 Franken betragen, 84'000 Franken davon wurden als Bonus gewährt – trotz Verlust.

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