Kleid für den Motor

Autoneum hat 2011 ein weiteres Werk in China eröffnet und eines in Tschechien. Werden zusätzliche Fertigungskapazitäten generell in aufstrebenden Märkten aufgebaut?

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Peter Grädel Sprecher von Autoneum (Bild: PATRICK B. KRAEMER (KEYSTONE))

Peter Grädel Sprecher von Autoneum (Bild: PATRICK B. KRAEMER (KEYSTONE))

Autoneum hat 2011 ein weiteres Werk in China eröffnet und eines in Tschechien. Werden zusätzliche Fertigungskapazitäten generell in aufstrebenden Märkten aufgebaut?

Ja. Zum einen bauen auch die Autohersteller neue Fabriken vor allem in Schwellenländern. Zum anderen haben wir in Westeuropa und Nordamerika genug Werke. Wir wollen aber auch in diesen Regionen wachsen. Das geschieht über Aufträge für Neukunden respektive neue Modelle. Beispielsweise konnten wir früher bei BMW Teppiche nur für den Mini liefern, jetzt aber ab Tschechien auch für den 1er und den 3er.

Zentral für den Erfolg sind Innovationen. Was sind Trends im Automobilbau?

Um Treibstoff zu sparen und den CO2-Ausstoss zu senken, sind immer leichtere multifunktionale Materialien und weniger Materialeinsatz erforderlich bei gleichzeitiger Festigkeit. Autos müssen leiser werden, und der Motor soll nach dem Abschalten länger warm bleiben, weil er im Kaltstart mehr Treibstoff verbraucht. Dafür haben wir den leichten Vlies-Werkstoff Theta-Fiber für die Einkleidung des Motors entwickelt, um Wärme zu speichern und Lärm zu absorbieren.

Im Werk Sevelen wurde eine Anlage zur Grossserienproduktion leichtgewichtiger Unterbodensysteme in Betrieb genommen. Warum in Sevelen?

Sevelen ist ein leistungsfähiger und flexibler Standort. Wir haben hier ein gutes, engagiertes Team mit viel Know-how, worauf wir aufbauen können, und wir haben Zugang zu Fachkräften. Das Werk Sevelen ist auch stark in der Belieferung europäischer Premium-Autohersteller, die ihre Produktion weiter steigern dürften. (T. G.)

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