Klarheit über Bankenbussen wächst

Der Steuerstreit mit den USA ist für Schweizer Banken in der Kategorie 2 abgeschlossen. Das sind mit insgesamt 80 Finanzinstituten nicht wenige. Noch in der Warteschlaufe sind Banken der Kategorie 1, darunter einige prominente Vertreter des Finanzplatzes.

Thorsten Fischer
Drucken
Teilen

ZÜRICH/ST. GALLEN. Im Rahmen des Bankenprogramms der Kategorie 2 sind laut US-Justizministerium Einigungen mit insgesamt 80 Schweizer Banken getroffen worden. Die total verteilten Bussen summieren sich auf mehr als 1,36 Mrd. $.

Regelung für SGKB

Mit der einstigen Hyposwiss Privatbank in Zürich, frühere Tochter der St. Galler Kantonalbank (SGKB), einigte sich am Mittwoch das letzte Finanzinstitut dieser Kategorie mit der US-Justiz. Seine Busse beträgt 49,7 Mio. $ (vgl. Ausgabe von gestern). Somit sind für die SGKB alle finanziellen Faktoren bekannt, die in den Jahresabschluss 2015 einfliessen. Im letzten September entstand zuerst Klarheit für das Stammhaus St. Galler Kantonalbank. Es folgte im Oktober die Hyposwiss Geneva und zum Schluss der grösste Brocken bei der Hyposwiss Privatbank (Details siehe Tabelle). Insgesamt erreicht die von der SGKB zu leistende Bussen-Summe rund 60 Mio. $. Im Jahr 2013 für den Steuerstreit zurückgestellt wurden indes 37,6 Mio. Fr. nach Steuern. Auch wenn die Gesamtkosten nun höher ausfallen, wird 2015 laut SGKB voraussichtlich noch ein Gewinn von rund 133 Mio. Fr. resultieren. Der Generalversammlung 2016 werde zugleich eine unveränderte Dividende von 15 Fr. beantragt. Die genauen Angaben zu den Zahlen sind an der Bilanzmedienkonferenz vom 17. Februar zu erwarten.

Vergleich nicht einfach

Schaut man auf die Kategorie 2, fällt die hohe Bandbreite der Bussen bei den – ebenso unterschiedlich zusammengesetzten – Banken auf. Für einen präziseren Vergleich kann es aufschlussreich sein, auch die Gesamtheit der jeweils verwalteten US-Vermögen einzubeziehen.

Wie sieht das konkret bei der zuletzt verhängten Zahlung aus? Die Busse der Hyposwiss Privatbank in Zürich (HSZH) macht 4,4% ihrer verwalteten US-Vermögen aus, wie SGKB-Mediensprecher Simon Netzle gestern auf Anfrage sagte. Insgesamt liege die Bandbreite der Bussen für die Kategorie-2-Banken zwischen 1% und 7%.

Julius Bär am weitesten

Nun verbleiben noch einige Banken der Kategorie 1, die auf eine Einigung warten. Die Agentur SDA hat bei den betroffenen Finanzinstituten den Stand der Dinge erfragt. Neben Julius Bär, der Zürcher (ZKB) und der Basler Kantonalbank (BKB) sind das die Privatbanken Pictet und Rahn & Bodmer, die Schweizer Tochtergesellschaften der Banken HSBC, Hapoalim und Mizrahi sowie die nicht mehr existierenden Institute Neue Zürcher Bank, Bank Frey und Liechtensteinische Landesbank (Schweiz). Am weitesten im Prozess ist Julius Bär, die Ende Jahr den Abschluss einer Grundsatzvereinbarung erreichte. Diese muss das US-Justizministerium noch bewilligen. Die Höhe der zu erwartenden Busse sei für Julius Bär offensichtlich absehbar. Ende Dezember wurden die Rückstellungen von 200 auf 550 Mio. $ erhöht. Für die zehn anderen Banken scheint eine Einigung laut SDA noch nicht greifbar zu sein. «Wir hoffen auf einen baldigen Abschluss», hiess es bei den angefragten Banken.

Aktuelle Nachrichten