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Innerrhoder Regierung will keinen Windpark: Bauherr ist enttäuscht

Die Innerrhoder Standeskommission verzichtet auf die definitive Festlegung des Standorts Honegg-Oberfeld im Bezirk Oberegg als Windpark. Beim Präsidenten der Appenzeller Wind AG sorgt dieser Entscheid für grosse Enttäuschung.
Roger Fuchs
Mit der Nutzung der Windenergie im Gebiet Oberegg sollte Strom für 40 Prozent aller Innerrhoder Haushalte gewonnen werden. (Visualisierung: PD)

Mit der Nutzung der Windenergie im Gebiet Oberegg sollte Strom für 40 Prozent aller Innerrhoder Haushalte gewonnen werden. (Visualisierung: PD)

Vorläufiges Aus für Windpark im Gebiet Honegg-Oberfeld im Innerrhoder Bezirk Oberegg. Grund dafür ist der Entscheid der Innerrhoder Standeskommission, den genannten Standort nicht als definitiven Standort im Richtplan festzusetzen. Bei bisherigen Projektplänen von der Appenzeller Wind AG war die Rede vom Bau einer Anlage mit zwei Windturbinen und einer Nabenhöhe von 135 Metern. «Auch wenn das Gebiet von den gemessenen Windwerten her gut wäre, das Hauptargument für den ablehnenden Entscheid bildet die Unverträglichkeit der Windkraftanlage mit dem Landschaftsbild», sagt Bauherr Ruedi Ulmann. Des weiteren sei die Wirtschaftlichkeit des Projektes fraglich, wenn man bedenke, wie oft der Betrieb eingestellt werden müsse. Ulmann nennt Stichworte wie Schattenwurf, Eiswurf und Lärm. Nicht zu vergessen, dass es gesetzliche Lücken gebe. Ruedi Ulmann erinnert an eine im Nationalrat hängige Motion, wonach ein verbindlicher Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Siedlungsgebieten festgelegt werden soll.

Im Rahmen des durchgeführten Einwendungsverfahrens sind beim Kanton rund 60 befürwortende Stellungnahmen eingegangen und um die 500 ablehnende. Abgelehnt wurde das Vorhaben namentlich von den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen, vom Land Vorarlberg und von der Gemeindepräsidentenkonferenz des Kantons Appenzell Ausserrhoden.

"Wieder billigen Dreckstrom"

Eingesetzt für den Windpark am Standort Honegg Oberfeld hat sich die Appenzeller Wind AG mit Präsident Adalbert Hospenthal. Die AG liess eine umfassende Machbarkeitsstudie mit Umweltbericht erstellen, worin bestätigt wurde, dass am vorgesehenen Standort ein beachtliches Energiepotenzial besteht. «Vom Entscheid der Standeskommission sind wir enttäuscht», sagt Hospenthal und spricht von einer Riesenarbeit und über 400'000 Franken, die sie in die bisherigen Arbeiten für das Projekt investiert hätten. «Jetzt konzentrieren wir uns einfach wieder auf billigen Dreckstrom», so der Präsident. Dabei hätte man die Chance gehabt, 13 Prozent des Innerrhoder Stroms sauber herzustellen. Und wenn man bedenke, dass man zusammen mit Photovoltaik-, Biogas- und Schnitzelanlagen sogar zwanzig Prozent saubere Energie hätte herstellen können, wäre Innerrhoden der erste Kanton gewesen, der die Bundesvorgaben der Energiestrategie 2050 hätte erfüllen können.

Auch erinnert Adalbert Hospenthal daran, dass das Projekt für die Jungen gewesen wäre, von denen sich um die 80 in einem Verein namens «Jugend Pro Windrad» zusammengeschlossen haben. Das weitere Vorgehen will die Appenzeller Wind AG an der nächsten Verwaltungsratssitzung besprechen.

Reaktion des Grossen Rates abwarten

Auch wenn die Standeskommission mit ihrem Entscheid einen vorläufigen Schlussstrich zieht, könnte das Thema auf politischer Ebene weiterbrodeln. Denkbar wäre, dass der Grosse Rat eine Weiterverfolgung des Projektes will. Dann müsste er jedoch der Standeskommission einen entsprechenden Auftrag erteilen.

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