Kaum Bargeld und keine Fälschungen

WIL. Mit einem Umsatz von 33 Mio. Fr. gilt die Versteigerung von Peter Rapp im Jahr 1980 bis heute als die grösste Briefmarkenauktion der Geschichte. Das belegt auch das Guinness-Buch der Rekorde. Für gewöhnlich kommen bei Rapp aber Marken und Münzen für 10 Mio. bis 18 Mio. Fr. unter den Hammer.

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WIL. Mit einem Umsatz von 33 Mio. Fr. gilt die Versteigerung von Peter Rapp im Jahr 1980 bis heute als die grösste Briefmarkenauktion der Geschichte. Das belegt auch das Guinness-Buch der Rekorde. Für gewöhnlich kommen bei Rapp aber Marken und Münzen für 10 Mio. bis 18 Mio. Fr. unter den Hammer. Wie das Auktionshaus daran verdient, erklärt Geschäftsführerin Marianne Rapp Ohmann: Vom Eigentümer der Marken oder Münzen, der seine Schätze einliefert, erhält Rapp 15% bis 20% der Summe, für die sie versteigert werden. Diese Provision ist prozentual nach Aufwand abgestuft: Eine einzelne Münze zu begutachten, ist wesentlich weniger aufwendig als beispielsweise eine Briefmarkensammlung in Dutzenden Alben. Vom Käufer kassiert Rapp nochmals 22% Aufgeld auf den Preis.

Umfangreiche Sicherheiten

Weil teils relativ hohe Summen im Spiel sind, trifft Rapp Vorsichtsmassnahmen betreffend die Herkunft des Geldes. «Die Kunden müssen via Banküberweisung zahlen. Bargeld akzeptieren wir nur bei kleineren Beträgen von uns bekannten Kunden», sagt Marianne Rapp. Als weitere Sicherheiten verlangt das Auktionshaus eine Passkopie und eine gültige Kreditkarte. Mit dem Gros der Kunden erhält das Unternehmen langjährige Geschäftsbeziehungen. «Bei Neukunden holen wir Referenzen ein», sagt Rapp. Auktionen seien überdies nicht nur etwas für Betuchte. «Auch für ein paar hundert Franken kann es zum Beispiel einen schönen Brief mit Marke und Stempel geben.»

Ein Thema sind auch Fälschungen. Immer wieder tauchen laut Rapp etwa gefälschte Briefmarken auf. «Teils sind sie recht gut gemacht, da müssen wir genau hinschauen.» Doch dem geübten Auge von Peter Rapp oder jenem des Experten Jean-Paul Bach entgehe keine Fälschung. Als Beispiel dafür nennt Marianne Rapp nachgemalte Stempel. Oder gleich die ganze Marke wird gefälscht. «Am gefährlichsten sind Fälschungen aus der jeweiligen damaligen Zeit. Denn dann sind auch das Papier und der Druck alt.» (T. G.)