Kasachstan ist 162. Mitglied der WTO

GENF. Nach einem Verhandlungsmarathon von 20 Jahren hat die Welthandelsorganisation (WTO) Kasachstan gestern in Genf offiziell als ihr 162. Mitgliedsland aufgenommen. Einige Beobachter sehen im WTO-Beitritt des Landes aber vor allem ein weiteres Propagandamittel des Präsidenten.

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GENF. Nach einem Verhandlungsmarathon von 20 Jahren hat die Welthandelsorganisation (WTO) Kasachstan gestern in Genf offiziell als ihr 162. Mitgliedsland aufgenommen. Einige Beobachter sehen im WTO-Beitritt des Landes aber vor allem ein weiteres Propagandamittel des Präsidenten.

Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew regiert die ölreiche Ex-Sowjetrepublik Kasachstan seit einem Vierteljahrhundert. Erst im April wurde er mit 97,7% der Stimmen wiedergewählt. Experten beklagten die Abstimmung als unfair und nicht frei. Die Regierung arbeitet daran, das Image Kasachstans im Ausland zu verbessern. Das hatte zuletzt auch in der Schweiz Aufsehen erregt, als sich Politiker für das Lobbying der kasachischen Partei Ak Schol einspannen liessen. Ak Schol bezeichnet sich als Oppositionspartei, steht aber der autoritären Regierung nahe.

Von der WTO-Mitgliedschaft erhofft sich Nasarbajew, mehr ausländische Investoren anzuziehen und die Wirtschaft zu diversifizieren. Damit will er die Abhängigkeit seines Landes vom Energieexport verringern. Die Benzin- und Gasexporte machen derzeit 80% der kasachischen Ausfuhren aus. Im Gegenzug muss die Regierung in Astana ihre Importzölle senken, bürokratische Hindernisse beseitigen und ausländischen Firmen den Vertrieb von pharmazeutischen Produkten ermöglichen. (sda)