Kapitel Hyposwiss beendet

ST.GALLEN. Im Steuerstreit mit den USA haben sich die HSZH Verwaltungs AG und das US-Justizdepartement auf eine Busse in Höhe von rund 50 Millionen US-Dollar geeinigt.

Stefan Borkert
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Die St.Galler Kantonalbank muss einen Gewinnrückgang hinnehmen. (Bild: Coralie Wenger)

Die St.Galler Kantonalbank muss einen Gewinnrückgang hinnehmen. (Bild: Coralie Wenger)

Das Kapitel Hyposwiss ist für die St.Galler Kantonalbank (SGKB) abgeschlossen. Laut einem Communiqué, ist eine Einigung im US-Steuerstreit erzielt worden. Mit dieser Einigung sei das US-Programm für die St.Galler Kantonalbank sowie die ehemaligen Tochtergesellschaften Hyposwiss Zürich und Hyposwiss Genf beendet, bestätigt Mediensprecher Simon Netzle seitens der SGKB. «Wir akzeptieren selbstverständlich die Busse.»

SGKB war vorbereitet
Die Kosten für die Aufarbeitung des Programms und die Bussenzahlung für alle drei Gesellschaften seien im Jahresabschluss 2015 enthalten. Der Konzerngewinn der SGKB werde voraussichtlich rund 133 Mio. Fr. betragen. Die Dividende sei nicht betroffen und werde der Generalversammlung 2016 unverändert mit 15 Fr. beantragt. Bezahlen muss die HSZH Verwaltungs AG die Busse in Höhe von knapp 50 Mio. $ an das US-Justizdepartement (DoJ) für die ehemalige SGKB-Tochter Hyposwiss Zürich. Wirksam wird diese Zahlung im Gruppenergebnis der SGKB. Relevant für das DoJ waren 605 Konten, die die Hyposwiss Zürich insgesamt verwaltet hatte. Die SGKB hat seit Ende 2012 keine US-domizilierten Kunden mehr. Schon Ende Oktober 2015 hat die Hyposwiss Genf mit einer Zahlung von 1,1 Mio.$ einen Schlussstrich unter den Steuerstreit gezogen.

Für SGKB-Chef Roland Ledergerber war der Kauf der Hyposwiss 2002 dennoch eine gute Entscheidung: «Mit dem Kauf der Hyposwiss gelang es, die Ertragsstruktur zu diversifizieren, die Abhängigkeit vom Immobilienmarkt Ostschweiz zu reduzieren und zusätzliches Wachstumspotenzial ohne eine Ausweitung der Kreditrisiken zu erschliessen.»

Mit der Hyposwiss habe das Anlagegeschäft deutlich gestärkt werden können. «Wie wir alle wissen, wurde das Private Banking im Nachgang zur globalen Finanzkrise 2008 innert weniger Jahre einem fundamentalen Strukturwandel unterworfen. Die SGKB hat darauf reagiert und im September 2012 eine strategische Neuausrichtung beschlossen.» Diese beinhaltete den weitgehenden Ausstieg aus dem grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft, den Verkauf der entsprechenden Hyposwiss-Geschäftseinheiten und die Umsetzung einer Weissgeldstrategie für ausländische Kunden.

80 Schweizer Banken gebüsst
Insgesamt sind in dem US-Programm Kategorie zwei 80 Schweizer Banken mit einer Gesamtsumme von 1,3Mrd.$ gebüsst worden. Damit ist das Programm laut DoJ abgeschlossen. Die SGKB selbst hatte sich schon im September 2015 mit dem US-Justizministerium auf die Zahlung einer Busse in Höhe von 9,5 Mio. $ geeinigt.

Die Übernahme der Hyposwiss Privatbank durch die SGKB von der UBS hatte immer wieder zu Schlagzeilen geführt. Die St.Galler Kantonsregierung musste Vorstösse im Parlament beantworten, die mit der Verwicklung in angeblich unsaubere Geschäfte zu tun hatten. SGKB und Regierung wiesen Vorwürfe zurück wie, man habe mit dem Verkauf der Hyposwiss 2013 im letzten Moment die Notbremse gezogen. Vielmehr sei dafür ein Strategie-Entscheid zugunsten der Märkte Ostschweiz, Deutschschweiz und Deutschland verantwortlich gewesen.

Hyposwiss 2013 aufgelöst
Ab 2013 ist die SGKB-Tochter Hyposwiss dann aufgelöst worden. Die Falcon Private Bank hat das Mittel- und Osteuropa-Geschäft der Hyposwiss Zürich übernommen. Das Lateinamerika-Geschäft der Hyposwiss ging an die Banque Privée Espírito Santo und die Hyposwiss Private Bank Genève SA wurde 2014 von der Vermögensverwaltungsgesellschaft Mirelis Invest-Trust der Mirelis Financial Group übernommen. Die Abwicklung der Hyposwiss Zürich hat die HSZH Verwaltungs AG bewerkstelligt. Weitere Geschäftsfelder sind in die SGKB integriert worden.

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