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KAPITALERHÖHUNG: Frisches Geld für Nüssli-Rettung

15 Millionen Franken aus den USA fehlen in der Kasse von Nüssli, der Thurgauer Spezialistin für temporäre Bauten. CEO Winfried Schaller hat die Gruppe durch schwieriges Fahrwasser geleitet.
Stefan Borkert
Der Parthenon of Books mit 10 (Bild: PD)

Der Parthenon of Books mit 10 (Bild: PD)

Stefan Borkert

Die Nüssli-Gruppe mit Sitz in Hüttwilen ist eine Firma von Weltruf. Bekannt sind ihre spektakulären Bauten an Weltausstellungen, Sportanlässen und kulturellen Grossereignissen. Nüssli verfügt über 23 Standorte in 12 Ländern. Dort arbeiten ins­gesamt rund 450 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt 2017 bei 140 Millionen Franken.

Eine offene Rechnung in Höhe von 15 Millionen Franken macht also etwa 10 Prozent des Jahresumsatzes aus. Genau diesen Betrag schulden die USA Nüssli seit der Expo 2015 in Mailand. Damals war Nüssli noch notfallmässig eingesprungen, damit der aufwendige Pavillon der USA rechtzeitig zur Eröffnung fertig wird. Was Nüssli denn auch geschafft hat.

Finanzielle Schieflage

Die fehlenden Millionen haben aber das als Hidden Champion gefeierte Unternehmen in eine existenzbedrohende Schieflage gebracht. Martin Messner, der das Unternehmen 2014 schon aus einer prekären Lage befreite, als es bei Nüssli zu einem Massenabgang von 40 der damals insgesamt 110 Mitarbeitenden kam, präsentierte im August ­dieses Jahres den aktuellen Geschäftsführer Winfried Schaller. Mehrheitsaktionär Messner hatte den richtigen Mann gefunden.

«Im August 2017 wurde Winfried Schaller in einer sehr schwierigen Situation die operative Führung der Nüssli-Gruppe von Martin Messner übertragen», sagt Nüssli-Sprecherin Marike van der Ben. Auch der Thurgauer Fred Gamper, der im kommenden Jahr neuer Geschäftsführer der Nüssli-Gruppe wird, bescheinigt Schaller gute Arbeit. In einem Nüssli-Schreiben heisst es: «In dieser höchst anspruchsvollen Phase hat Winfried Schaller mit seinem Team hervorragende Arbeit geleistet und damit die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kapitalerhöhung geschaffen.» Die Kapitalerhöhung beträgt, nach Auskunft von Nüssli, 20 Millionen Franken. Diese wurde möglich, weil Unternehmer aus der ganzen Schweiz sich mit Kapital bei Nüssli engagieren. Ausserdem gehören zu den Investoren, an die Messner im Rahmen der Kapitalerhöhung seine Aktienmehrheit abgibt, auch die Helvetica Capital AG und die SVC – AG für KMU-Risikokapital.

Mit dem Abschluss der Ka­pitalerhöhung habe Winfried Schaller seine Mission erfolgreich abgeschlossen und übergebe ab Januar seine Funktion an die von den neuen Mehrheitsaktionären eingesetzte Geschäftsleitung, erklärt Nüssli-Sprecherin van der Ben.

Schaller selbst betont, dass er eine sehr gute Zeit bei Nüssli verbracht habe. «Ich habe ein starkes und engagiertes Team vorgefunden. Die Arbeit hat mir viel Spass gemacht.» Ab Januar 2018 führen ihn seine Wege zur Familie nach Norditalien, nach Turin. Dort wird er die Geschäftsleitung eines italienischen KMU übernehmen. Fred Gamper, der designierte Nüssli-CEO, betont, dass Schaller weiterhin beratend zur Verfügung stehe. Und Schaller selbst sagt, dass er der Firma Nüssli selbstverständlich weiterhin verbunden bleibe. Im Zuge der neuen Aktionärsstruktur ist auch der Posten des Verwaltungsratspräsidenten Anfang dieser Woche neu besetzt worden. Der bisherige Präsident Hanspeter Diener ist freiwillig ausgetreten und hat seine Position zur Verfügung gestellt. Nachfolger ist der Solothurner Bernhard Hammer, der unter anderem auch im Verwaltungsrat der Flumser Steinwolle-Herstellerin Flumroc gesessen hatte.

Unterstützt worden bei der Refinanzierung und Neuausrichtung ist Nüssli von der Artus Outperformance AG, die im Herbst dieses Jahres beigezogen wurde und ab Januar die operative Leitung übernehmen wird. Artus ist spezialisiert auf Unternehmensnachfolge. Der neue CEO Fred Gamper und sein Stellvertreter Andreas Emödi haben Artus gegründet und aufgebaut.

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