Kantonalbank zeigt Rückgrat

Die Kunden besser beraten, das Filialnetz mit digitalen Angeboten ergänzen und effizienter werden – auf diese Schwerpunkte fokussiert die St. Galler Kantonalbank

Thomas Griesser Kym
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Feststimmung beim geselligen Teil der SGKB-Generalversammlung.

Feststimmung beim geselligen Teil der SGKB-Generalversammlung.

Thomas Griesser Kym

«Wir wollen zufriedene Kunden.» Das sagt Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung der St. Galler Kantonalbank (SGKB). Und: «Wir wollen die erste Bank für unsere Kunden sein.» Damit das gelingt, hat der Verwaltungsrat unter Präsident Thomas Gutzwiller «drei Handlungsfelder definiert». Erstens will die SGKB die Qualität ihrer Beratung kontinuierlich verbessern. Dafür werden künftig sämtliche Kundenberater und Assistenten eine Lizenzierung durchlaufen, wie Ledergerber gestern Abend an der Generalversammlung (GV) der SGKB ankündigte.

Zweitens will die Bank ihr Netz physischer Niederlassungen mit digitalen Angeboten ergänzen. Laut Ledergerber investiert das Institut jedes Jahr 5 bis 6 Mio. Fr. in digitale Innovationen. Ziel sei es, «den Nutzen für den Kunden zu erhöhen. Alles, was einfacher, schneller und besser über das Internet abgewickelt werden kann, soll auch tatsächlich digital erfolgen.» So können Kunden etwa online Konten eröffnen oder Hypotheken verlängern. Gleichwohl wolle die SGKB am physischen Netz, dem «Rückgrat un­serer Marktbearbeitung», keine Abstriche machen. In die Erneuerung der Filialen stecke man jährlich 8 bis 10 Mio. Fr., und 2019 bezieht man in Grabs gar eine neue Filiale, Nummer 39.

Drittens will die Bank immer kosteneffizienter arbeiten. Dahinter steht ein Programm namens «Operational Excellence». Wie Ledergerber vorrechnete, hat die SGKB zwischen 2014 und 2016 ihre Produktivität, gemessen als Geschäftsvolumen pro Mitarbeitenden, um 10% von insgesamt 55 auf 60 Mio. Fr. erhöht.

Während Gutzwiller die Digitalisierung als Chance sieht, hat er auch zwei anspruchsvolle und anforderungsreiche Umweltfaktoren identifiziert. Erstens die zunehmende Regulierung. Dabei warnte er vor Überregulierung, weil eine solche in höhere Kosten für den einzelnen Kunden und für den ganzen Werkplatz Schweiz münde. Zweitens die Finanzmärkte mit tiefen Zinsen und volatilen Börsen, gepaart mit der Gefahr geopolitischer Ungewissheiten. Das alles drücke auf die Marge und die Rendite.

Ansonsten lief die GV mit 3735 Aktionären wie geschmiert: jeweils mindestens 98% Zustimmung zu den einzelnen Traktanden, null Wortmeldungen.