KAISERAUGST: Roche will über 230 Stellen abbauen

Nach dem Verkauf von zwei Produktionsstandorten in Italien und Spanien lagert Roche nun das Verpackungsgeschäft aus. Die Jobs werden ab 2019 wegfallen.

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Der Pharmakonzern Roche will in Kaiseraugst AG 235 Stellen streichen. Teile der Verpackungseinheit sollen an andere Standorte verlegt werden. An andere Standorte verlagern will Roche die Verpackungseinheit für etablierte, chemisch hergestellte Medikamente mit grossen Produktionsvolumen, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Diese Produkte sollen in Zukunft an jenen Standorten verpackt werden, an denen sie produziert werden.

In Kaiseraugst will sich Roche künftig auf die Produktion und Markteinführung von neuen, hochwirksamen Medikamenten in kleineren Mengen fokussieren. Von der Änderung betroffen sind gemäss Mitteilung voraussichtlich 235 Stellen. Die Anpassung soll über die «kommenden Jahre» erfolgen. Beginnen soll sie laut einer Roche-Sprecherin 2018. Zunächst finde ein Konsultationsverfahren mit den Personalvertretungen statt. Die meisten Stellen sollen ab 2019 wegfallen. Betroffene Mitarbeitende sollen Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen erhalten. Hintergrund für die organisatorischen Anpassungen sind gemäss der Sprecherin Verkäufe von zwei Roche-Produktionsstandorten im italienischen Segrate sowie im spanischen Leganés. In Kaiseraugst abgebaut werden sollen die dazugehörigen Verpackungsabteilungen.

Durch die Zusammenlegung von Produktion und Verpackung am selben Ort erhofft sich Roche eine flexiblere Gestaltung der Lieferprozesse sowie schnellere Lieferzeiten. Die Fabrik in Italien ging per 1. September an die neuen Besitzer über. Der Besitzerwechsel beim Standort in Spanien ist per 1. Dezember vorgesehen. Die Trennung von diesen beiden sowie zwei weiteren Produktionsstandorten hatte Roche im November 2015 angekündigt. Als Grund wurde die tiefe Auslastung der Fabriken genannt, die kleine Moleküle für Medikamente produzieren.

In Kaiseraugst sind gemäss Roche derzeit rund 2300 der weltweit 94 000 Mitarbeitenden beschäftigt. Trotz des Abbaus blieben Kaiseraugst und Basel zwei der bedeutendsten Standorte, heisst es weiter. (sda)

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