K+D profitiert von Schliessung in Spreitenbach

Das St.Galler Verpackungsunternehmen K+D übernimmt die Pharmaaufträge der Limmatdruck Zeiler.

Kaspar Enz
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Stefan Kuhn in der Produktion der K + D in St.Gallen. (Bild. Michel Canonica)

Stefan Kuhn in der Produktion der K + D in St.Gallen. (Bild. Michel Canonica)

Wie im Februar angekündigt wurde, schliesst die schwedische AR Packaging Gruppe (ARP) die Limmatdruck Zeiler in Spreitenbach. Der Schritt betrifft rund 120 Mitarbeiter. Von dem Entscheid profitiert die St.Galler K + D, wie deren Verwaltungsratsmitglied Stefan Kuhn gestern auf Anfrage sagte.

Schritt in Pharmamarkt

Die schwedische AR Packaging Group war lange vor allem bei Lebensmittel- und Tabakverpackungen stark. Mit der Übernahme der K+D und der deutschen rlc Gruppe wuchs sie nicht nur um über 1500 Mitarbeitende, sie sicherte sich auch eine stärkere Position im Bereich Pharmaverpackungen.

Ab dem 6.4. dieses Jahres bekommen alle Tochterfirmen der ARP einheitliche Namen. So firmiert dann auch die K + D AG unter dem Namen AR Packaging Swiss AG. (ken)

«Die Aufträge des Werks Spreitenbachs werden auf verschiedene Werke der ARP aufgeteilt», sagt Kuhn. «Der Standort St.Gallen erhält die Aufträge im Pharma- und Kosmetikbereich.» Dafür würden schrittweise Maschinen von Spreitenbach nach St.Gallen verlegt. Vier bis fünf Mitarbeitende des Werks Spreitenbach kämen nach St.Gallenn. Man suche nun in der Region weitere Mitarbeiter. «Insgesamt werden wir um die 20 Stellen aufbauen.» Dass nicht mehr Mitarbeitende aus Spreitenbach nach St.Gallen komme, begründet Kuhn mit der Geografie: Für viele Mitarbeitende aus dem Raum Zürich sei St.Gallen zu weit weg. «Vor allem für einen Schichtbetrieb wäre es nicht einfach zu pendeln», sagt Kuhn.

St.Gallen wird einziges Schweizer Werk

Die Aufträge aus anderen Branchen werden an die ARP-Standorte in Graz, Frankfurt und Berlin verlegt, sagt Kuhn. St.Gallen ist damit das einzige Schweizer Werk des Verpackungskonzerns. ARP hatte im vergangenen Herbst nicht nur die K + D, sondern auch die deutsche rlc Gruppe übernommen, zu der auch die Spreitenbacher Limmatdruck Zeiler gehörte.

Sozialplan für Betroffene

Die Konzentration der Produktion auf das Werk in St.Gallen erfolge aus dem kontinuierlichen Bestreben der ARP Gruppe, die Kosteneffizienz zu steigern, wie es in einer Miteilung heisst. Nicht von der Schliessung betroffen seien das Servicecenter PAS Media and Brandkitchen. Die betroffenen 120 Mitarbeitenden würden im Rahmen des Sozialplans bei der Stellensuche unterstützt.

Die K + D in St.Gallen sei auch in der ausserordentlichen Situation gut ausgelastet, sagt Stefan Kuhn. Die Lieferketten funktionierten weiterhin. «Unsere Lieferanten sind hauptsächlich in Europa.» Er stelle lediglich fest, dass vielerorts die Lager aufgestockt würden. Allerdings sei das Werk etwas weniger produktiv als gewöhnlich. «Die Hygiene- und Abstandregeln müssen von der Garderobe bis in die Kantine umgesetzt werden.» Auch seien viele Mitarbeiter im Home Office. «Projekte, die nicht mit dem Tagesgeschäft zu tun haben, müssen manchmal warten». (ken)