«Junge Menschen sind Trendsetter der Entwicklung»: Die Botschafterin der Generation Y sagt, warum man auf die Jungen hören soll

Die Digitalisierung wälzt die Wirtschaft um. Im Zentrum der Entwicklung stehen «Digital Natives», die mit dem Internet aufgewachsen sind, sagt Steffi Burkhart. Die «Botschafterin der Generation Y» sagte am New Work Forum, warum man auf die Jungen hören soll.

Kaspar Enz
Hören
Drucken
Teilen
Steffi Burkhart erklärte den Teilnehmern des New Work Forums die Generation Y.

Steffi Burkhart erklärte den Teilnehmern des New Work Forums die Generation Y. 

(Bild: PD)

Warum sollen sich die Unternehmen auf die Bedürfnisse von Millenials ausrichten?

Steffi Burkhart: Es geht in erster Linie darum, dass alle Generationen gehört werden. In den Entscheidungspositionen der allermeisten Unternehmen sitzen hauptsächlich Männer über 50. Junge Menschen sind aber mit den Technologien vertraut, die jetzt die Wirtschaft umwälzen. Sie sind die Trendsetter dieser Entwicklung. Deshalb sollte man sie auch in die Entscheidungen einbeziehen.

Die Generation Y will im Job mehr Freiraum und weniger Hierarchien. Wollten das junge Leute nicht schon immer?

Vielleicht schon. Aber sie hatten oft keine Wahl. Gute junge Leute haben sie heute. Viele Unternehmen bekunden mühe, junge Top-Leute zu bekommen.

Nicht jeder Millenial ist Programmierer oder hat eine bahnbrechende Idee.

Deshalb ist es wichtig, die Leute ständig auszubilden und zu qualifizieren. Damit kommen gerade auf die Personalabteilungen wichtige Aufgaben zu. Dort müssten eigentlich die besten Leute sitzen.

Wie lockt man die Top-Coder und Kreativen?

Es gibt verschiedene Ansätze. Die UBS baut mit der Digital Factory beispielsweise eine Art digitale Subkultur auf, in der auch eine entsprechende Arbeitskultur herrscht. Grad in den USA werden sehr hohe Einsiegsgehälter bezahlt. Aber Leute, die bei der Digitalisierung helfen können, braucht es in jeder Unternehmung.

Wie sollen da kleinere Unternehmen mithalten?

Einerseits ist für viele Millenials das Gehalt allein nicht das wichtigste. Freiraum, sinnvolle und spannende Tätigkeiten sind eben auch wichtig. Es bringt nichts, kreative Leute einzustellen, und ihnen keinen Raum für Experimente zu geben. Gerade kleineren und mittleren Unternehmen rate ich auch, mit Technologiefirmen wie IBM zusammen zu arbeiten, um neue digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, «Co-Creation». Das ist besser, als Lösungen einzukaufen.

Sie sprechen von freierer Arbeit, doch kommt das je in den Produktionshallen oder Spitälern an? Grad dort scheint die Digitalisierung nur mehr Regeln zu bringen.

Das liegt oft an hierarchischen oder zu technologieorientierten Strukturen. Deshalb ist es ja wichtig, dass bei der Entwicklung von digitalen Produkten die Betroffenen einbezogen werden – also die Arbeiter an den Maschinen oder die Pflegekräfte selber. 

Mehr zum Thema