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JUBILÄUMSJAHR: Der Zeitpunkt ist günstig

Die St. Galler Kantonalbank feiert ihr 150-jähriges Bestehen. Sie blickt nicht nur zurück, sondern vor allem voraus auf neue digitale Geschäfte. Dabei hat sie Rückhalt durch starkes Wachstum im vergangenen Jahr.
Thorsten Fischer
Thomas Gutzwiller (links), Präsident der St. Galler Kantonalbank, und Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung, im Gespräch am Rand der Medienorientierung zu den jüngsten Geschäftszahlen. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 15. Februar 2018))

Thomas Gutzwiller (links), Präsident der St. Galler Kantonalbank, und Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung, im Gespräch am Rand der Medienorientierung zu den jüngsten Geschäftszahlen. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 15. Februar 2018))

Thorsten Fischer

Natürlich macht es sich gut, wenn die St. Galler Kantonalbank (SGKB) zu ihrem aktuellen 150-Jahr-Jubiläum auf deutlich positiven Geschäftszahlen aufbauen kann. Im zurückliegenden 2017 legte sie in den wichtigsten Kenngrössen zu (siehe Kasten). Und somit winkt an der bevorstehenden Generalversammlung im April ein sattes Dividendenplus von 15 auf 17.50 Franken. Ein Teil der Erhöhung, nämlich 1 Franken pro Aktie, speist sich aus den ­guten Geschäftszahlen. Die weiteren 1.50 Franken sind als Jubiläumsdividende deklariert.

SGKB-Verwaltungsratspräsident Thomas Gutzwiller und Bankchef Roland Ledergerber legten an der Jahresmedienkonferenz aber auch Zahlen vor – etwa einen um 5 Prozent gestiegenen Geschäftsaufwand –, die sich als erkennbar höhere Kosten in der Rechnung niederschlagen. Mitverantwortlich sind verschiedene Projekte zur Digitalisierung. Was hier heute an Kosten anfällt, sind aber letztlich Investitionen in die Zukunft – und die SGKB-Spitze wollte anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums nicht bloss Rückschau halten, sondern ausdrücklich auch einen Blick in die Zukunft werfen.

Zwei Welten wachsen schrittweise zusammen

Ledergerber betonte, man schaue sich das Thema Digitalisierung sehr breit an. Sprich: Die Schnittstelle zum Kunden via E-Banking ist nur einer der Punkte. Die neuen Technologien wirken sich ebenso aufs Konzept der Niederlassungen aus, können zunehmend zur Unterstützung der Kundenberater eingesetzt werden, liefern Datenanalysen und machen in ­gewissen Bereichen eine Automatisierung möglich.

Beim schrittweisen Zusammenwachsen von der Online- mit der Offlinewelt will die SGKB mit Bedacht vorgehen und einen ­hybriden Ansatz verfolgen. Das heisst: Es dürfte häufig Mischformen geben, und viele Bankgeschäfte werden daher nicht ausschliesslich über Onlinekanäle abgewickelt werden. Vertrauliche Fragestellungen, die Kunden persönlich wichtig seien, könne man nicht rein digital behandeln, zeigte sich Felix Buschor, Leiter Servicecenter, überzeugt. Bisherige Zahlen untermauern dies: In Regionen mit Niederlassungen sei der Marktanteil und das Wachstum der SGKB höher als in Regionen ohne. Und auch im zunehmend digitalen Zeitalter zeige sich: Entscheide sich ein Kunde für eine Bank, spiele häufig eine Rolle, ob eine Niederlassung in der Region zu finden sei.

Gleichwohl wird es auch Angebote für digital äusserst affine Kunden geben. Alleine in den letzten zwei Jahren hat die SGKB zahlreiche digitale Lösungen an der Kundenschnittstelle lanciert. Digitale Kontoeröffnung, Finanzassistent und die Onlineverlängerung von Hypotheken sind ein paar der Stichworte.

«Digitalisierung hat aber ­verschiedene Rahmenbedingungen zu berücksichtigen», hielt Buschor fest. Dazu gehört die ­Cybersicherheit. Unter anderem setzt die SGKB für Zahlungen aus dem E-Banking im Hintergrund eine Anwendung ein, die allfällige Betrugsversuche rechtzeitig erkennen soll. Gleichzeitig gilt, «dass die Daten dem Kunden gehören». International ein grosses Thema ist die bevorstehende EU-Datenschutz-Grundverordnung, die den Umgang mit Daten einheitlich regelt. Die SGKB halte sich an die Verordnung, hiess es.

Deutlich mehr Neugeld hereingeholt

So gut Rahmenbedingungen auch gesetzt werden, der Erfolg und das Vertrauen in eine Bank werden an Zahlen aus dem Tagesgeschäft gemessen. Den ­starken Neugeldzufluss im ­Geschäftsjahr 2017 wertet ­SGKB-Präsident Gutzwiller als eindeutiges Signal für den hohen Zuspruch, den die Kantonalbank erhalte. Die Neugeldzuflüsse bei den verwalteten Vermögen erreichten 1,7 Milliarden Franken. Dies und die positive Marktperformance liessen die verwalteten Vermögen um 11 Prozent auf 42,4 Milliarden wachsen. Das ist zudem bemerkenswert, weil ­damit diese Vermögen erstmals über den bisherigen Höchststand von 2010 kletterten – also den Zeitpunkt, als das grenzüberschreitende Vermögensverwaltungsgeschäft im Zuge der strategischen Neuausrichtung noch nicht verkauft worden war. Ein Treiber der positiven Entwicklung war laut Thomas Stucki, Leiter Investmentcenter, die Einführung neuer Beratungspakete im Bereich Anlegen. Diesen Weg geht die SGKB weiter und hat das Angebot laut Stucki noch stärker auf die verschiedenen Kundenbedürfnisse ausgerichtet – von Anlegern, die selber Entscheide fällen, bis zu jenen, die lieber ­alles delegieren.

Mit Blick auf die aktuelle Konjunktur erwartet die SGKB 2018 ein operatives Geschäft ähnlich wie im Vorjahr. Während die Hypothekarzinsen im langfristigen Bereich bereits wieder anziehen, dürfte es laut Ledergerber aber noch etwas dauern, bis die Sparzinsen folgen. Ein Leitzinsentscheid der Nationalbank werde erst 2019 erwartet.

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