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JOBS: Im Osten geht es aufwärts

Auf dem Ostschweizer Stellenmarkt herrscht Aufbruchstimmung. Laut dem Adecco Swiss Job Market Index wird in fast allen Berufsbereichen Personal gesucht. Damit setzt sich der seit 2016 andauernde Trend fort.
Stefan Borkert
Die Nachfrage nach Berufen aus dem Dienstleistungsbereich steigt. (Bild: Urs Bucher (Wattwil, 4. April 2013))

Die Nachfrage nach Berufen aus dem Dienstleistungsbereich steigt. (Bild: Urs Bucher (Wattwil, 4. April 2013))

Stefan Borkert

Noch nie waren in der Schweiz so viele Stellen von Unternehmen ausgeschrieben wie im letzten Winterquartal 2017. Das zeigt der Adecco Swiss Job Market Index. Gesamtschweizerisch haben die Stellen um 6 Prozent zugenommen, während der Index im Vergleich zum Vorquartal saisonbedingt stabil bleibt. Nicht erfasst ist das Tessin, da dort nur dann eine Stelle ausgeschrieben wird, wenn es sich um eine schwierig zu besetzende Vakanz handelt. «Die positive konjunkturelle Entwicklung schlägt sich in der Zahl der Stellenangebote nieder», sagt Anna von Ow vom Stellenmarkt-Monitor der Universität Zürich. Die Entwicklung verlaufe, je nach Berufsbereich, verschieden.

«Bereits das zweite Quartal in Folge stellen wir ein starkes Wachstum von Berufen der Informatik fest. Die Schweiz suche intensiv nach Informatikern im Rahmen der fortschreitenden Automatisierung und Digitalisierung, ergänzt Nicole Burth, CEO von Adecco Switzerland. Mit 74 Prozent haben die Stelleninserate für Informatiker am stärksten zugelegt.

15 Prozent mehr inserierte Stellen in der Ostschweiz

Der Index zeigt , dass im Winter 2017 die Ostschweizer Unternehmen 15 Prozent mehr Stellen aus- geschrieben haben als im Vorjahr. Damit setzt sich der seit Sommer 2016 zu beobachtende regionale Aufschwung fort. Der Index zeigt, dass die Ostschweiz vermehrt nach Personal in den Berufen von Industrie und Bau sucht. Auch im Winter konnten demnach in der Ostschweiz die Berufe der Industrie zulegen. «Die Unternehmen schreiben im Vergleich zum Vorjahr 47 Prozent mehr Stellen im Berufsbereich Industrie und Bau aus. Damit setzt sich die positive Entwicklung in diesem Berufsbereich fort, die Anfang 2017 eingesetzt hat. «Industrie und Bau in der Ostschweiz scheinen sich nun definitiv vom Frankenschock erholt zu haben, der die Zahl der Stellenangebote hier besonders in Mitleidenschaft gezogen hatte», sagt Anna von Ow. Auch in der Ostschweiz steige die Nachfrage bei den Berufen der Technik und der Informatik. Laut Index ist diese im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 7 Prozent allerdings schwächer ausgeprägt als der schweizweite Höhenflug (+74%), während die Quartalsentwicklung mit einem Plus von 9 Prozent näher am schweizweiten Durchschnitt liegt.

Die Nachfrage in Berufen der persönlichen und sozialen Dienstleistungen (+5%) sowie der Unternehmensdienstleistungen (+2%) bleibt verglichen mit dem Vorjahr nahezu unverändert. «Trotz dieser Stagnation scheinen sich diese Bereiche in der Ostschweiz etwas besser zu entwickeln als in anderen Regionen der Schweiz, wo zum Teil weniger Stellen als im Vorjahr ausgeschrieben wurden. Letzteres vor allem in jenen Regionen, die gesamthaft in ihrem Stellenangebot einen Rückgang verzeichneten oder nur sehr schwach zulegen konnten», so von Ow und ergänzt, dass die Berufskategorien der Regionen sehr breit seien.

Die persönlichen und sozialen Dienstleistungen umfassen Berufe von Gastgewerbe und persönliche Dienstleistungen, Gesundheit, Unterricht und öffentliche Dienste und Kultur. Die Unternehmensdienstleistungen umfassen Handel und Verkauf, Büro und Verwaltung, Finanz und Treuhand, Management und Organisation. In der Ostschweiz seien im Zuge der Aufwertung des Frankens und der Auswirkungen auf die Exportwirtschaft alle Berufsgruppen im Vorjahresvergleich über mehrere Quartale hinweg von einem Rückgang in der Zahl der Stellenausschreibungen betroffen gewesen. «Generell können wir feststellen, dass die Ostschweiz länger gebraucht hat als andere Regionen, bis eine deutliche Erholung vom Frankenschock einsetzte», kommentiert von Ow und weiter: «In diesem Sinn können wir sagen, dass eine Art Nachholbedarf stattfand, der sich erst seit Sommer 2016 überhaupt und erst seit Winter 2016 in einer deutlichen Zunahme der Stellenausschreibungen zeigt.»

Wiedererstarkter Euro zeigt Wirkung

Die Zunahme in den persönlichen und sozialen Dienstleistungen sowie in den Unternehmensdienstleistungen setzte zeitgleich mit einer Zunahme in Industrie und Bau ein, während sie im Bereich Technik und Informatik schon ein halbes Jahr früher zu beobachten gewesen war. Für die Ostschweiz sei der Export, vor allem im Euroraum, sehr wichtig, womit das Verhältnis vom Euro zum Franken, wie schon erwähnt, natürlich eine grosse Rolle spiele. Stark betroffen sei sicher die Industrie, aber auch die anderen Berufsbereiche wie Unternehmensdienstleistungen und die sozialen und persönlichen Dienstleistungen. Via Tourismus und Gastgewerbe würden diese direkt oder auch indirekt von den Währungsentwicklungen beeinflusst.

Eigentliche Überraschungen sind für Anna von Ow aber ausgeblieben. Bemerkenswert sei aber die seit längerem anhaltende positive Entwicklung in der Genferseeregion, die nahezu alle Berufsbereiche miteinschliesse.

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