Jetzt drohen neue Milliardenstrafen

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Verdacht Kartellvorwürfe bringen die deutsche Autobranche in Erklärungsnot. Dem Magazin «Der Spiegel» zufolge haben sich die fünf führenden Marken – VW, Audi, Porsche, BMW und Mercedes-Benz – seit den 1990er-Jahren in geheimen Zirkeln über die Technik ihrer Fahrzeuge, über Kosten, Zulieferer, Märkte und Strategien abgesprochen. Die EU-Kommission zeigte sich alarmiert und prüft den Kartellverdacht. Experten zufolge drohen den Firmen neue Strafen in Milliardenhöhe – vom Imageschaden ganz zu schweigen.

Die Branche ist wegen der Manipulation von Abgaswerten ohnehin schon unter Druck. Treffen die Vorwürfe zu, könnte es sich um eines der grössten Kartelle der deutschen Wirtschaftsgeschichte handeln. Die EU-Kommission teilte mit, sie und das deutsche Kartellamt hätten Informationen zu dem Fall erhalten und würden diesen nachgehen. Es sei aber noch zu früh, um weitere Angaben zu machen.

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte, Absprachen wären eine zusätzliche Belastung für die Branche. «Die Kartellbehörden müssen ermitteln, die Vorwürfe detailliert untersuchen und gegebenenfalls notwendige Konsequenzen ziehen», so der CSU-Politiker. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries forderte Aufklärung, «ohne Ansehen von Personen oder Unternehmen». Es gehe dabei um nicht weniger als die Glaubwürdigkeit der deutschen Automobilindustrie. (sda)