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Die St.Galler Digitalagentur Namics bindet sich in ein grösseres Netzwerk ein

Als Teil der US-Gesellschaft Merkle hat die St. Galler Digitalagentur Namics Zugriff auf neues Wissen und neue Angebote. Kunden und die Belegschaft sollen profitieren.
Thomas Griesser Kym
«Unsere Wurzel ist St. Gallen»: Namics-Chef Bernd Schopp am Hauptsitz des Unternehmens. (Bild: Michel Canonica (18. Januar 2018))

«Unsere Wurzel ist St. Gallen»: Namics-Chef Bernd Schopp am Hauptsitz des Unternehmens. (Bild: Michel Canonica (18. Januar 2018))

Die Partner der Digitalagentur Namics mit Hauptsitz in St. Gallen haben das Unternehmen wie berichtet an die US-Gesellschaft Merkle verkauft. Namics-Geschäftsleiter Bernd Schopp über die Beweggründe, Alternativen und ganz viele Fähigkeiten.

Bernd Schopp, was ist das Motiv für den Verkauf von Namics an Merkle?

Die Idee ist vor über anderthalb Jahren aufgekommen. Wir haben gesehen, dass wir langfristig viele neue Fähigkeiten im daten­getriebenen Marketing brauchen. Gerade in diesem Bereich ist Skalierung sehr wichtig. Das alleine zu schaffen, ist extrem schwierig. So haben wir entschieden, einen Partner zu suchen, der diese Fähigkeiten mitbringt und auch von der Kultur her zu Namics passt.

Gab es Alternativen zum Verkauf?

Ja. Die erste Option war selber machen. Aber das kostet zu viel Zeit und ist mit Blick auf den aktuellen Arbeitsmarkt nahezu unmöglich. Die zweite Option war selber kaufen. Dann hätten wir mehrere kleinere Firmen übernehmen und integrieren müssen – ein sowohl finanzielles wie auch kulturelles Risiko, das ebenfalls mit einem enormen zeitlichen Aufwand verbunden wäre.

Was bringen die Kompetenzen Merkles für Namics und deren Kunden konkret?

Wir erhalten auf einen Schlag Zugriff auf eine Menge Fähigkeiten und können diese entwickeln. In Zahlen ausgedrückt, bekommen unsere Kunden durch Merkle 1500 neue Experten für ihre Digitalherausforderungen. Dank der Zusammenarbeit im Dentsu Aegis Network sind es sogar noch viel mehr. Im Einzelnen sind das etwa Spezialisten im datengetriebenen Marketing, in Digital Analytics und im Kundenbeziehungsmanagement.

Wir haben diese Fähigkeiten auch, waren aber bisher zu klein und zu wenig stark für den wachsenden Markt.

Nun können wir Kunden wirklich allumfassend bedienen, dank Merkles Know-how und unserer Stärken in Customer Experience, E-Commerce und Websites.

Können Sie so auch neue Kunden gewinnen?

Ja. Vor allem Merkle-Kunden, die nun zu Namics kommen, weil wir Dinge bieten, die es von Merkle nicht oder kaum gab, zum Beispiel Customer-Experience-Wissen. Darüber hinaus erweitern wir dank Merkle unser Angebotsportfolio und können unseren Kunden damit neue Dienstleistungen bieten.

Namics hat den Hauptsitz in St. Gallen sowie weitere fünf Standorte in der Schweiz, in Deutschland und in Belgrad. Was ändert sich?

In St. Gallen nichts, ausser dass wir unseren Kunden und Mitarbeitern noch breitere Fähig­keiten bieten können. Namics bleibt eine Schweizer AG und als Organisation bestehen.

Unsere Wurzel ist St. Gallen, und unser Hauptsitz bleibt in St. Gallen.

Zum Beispiel wird auch unser Engagement für «IT St. Gallen rockt» zur Förderung der Region als Standort der Informations- und Kommunikationstechnologie beibehalten. Auch die anderen nationalen und internationalen Standorte bleiben bestehen und werden durch den Zusammenschluss mit Merkle gestärkt.

Von den 550 Namics-Mitarbeitenden sind 180 am St. Galler Hauptsitz tätig, der damit der grösste Standort ist. Ist weiteres Wachstum denkbar?

In St. Gallen sind viele Fähigkeiten und unsere kulturellen Wurzeln. An unserem neu gebauten Hauptsitz, den wir 2017 eingeweiht haben, gibt es Platz für insgesamt 250 Arbeitsplätze. Hier könnten wir je nach Marktentwicklung auch weiterwachsen.

Wie haben die Beschäftigten den Verkauf aufgenommen?

In der Summe sehr gut. Denn auch sie sehen, dass wir gewachsen sind, aber für die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten zu wenig Leute einsetzen konnten. Dank Merkle ist diese Herausforderung auf einen Schlag gelöst.

Bietet Merkle auch einen weiteren Horizont betreffend beruflicher Perspektiven?

Gewiss. Unsere Belegschaft ist im Schnitt 33 Jahre alt. Die sind bei uns, weil sie sich entwickeln und lernen wollen. Die Leute bekommen nun die Chance, auch mal an einem Merkle-Standort zu ar­beiten, etwa in London, Amsterdam oder Barcelona.

Damit die 29 Partner, die Namics verkauft haben, an Bord bleiben, gibt es ein Anreizmodell: Den vollen Verkaufspreis erhält nur, wer sich für drei Jahre verpflichtet. Bleiben alle dabei?

Ja. Auch der Entscheid zum Verkauf wurde von allen getroffen. Merkle ist es wichtig, dass die bisherigen Partner dabeibleiben.

Denn was Namics zu bieten hat, sind Personen, deren Wissen und Erfahrung.

Auch halten die Partner die Kultur von Namics hoch und stehen für unsere Werte.

Mehrere Handwechsel


Die Fullservice-Digitalagentur Namics wurde 1995 von den drei HSG-Absolventen Hans Meli, Philipp Lämmlin und Andreas Göldi als Delta Consulting gegründet. 2000 verkaufte das Trio sein Unternehmen mehrheitlich an die Werbevermarkterin Publigroupe. Diese legte die Firma mit ihrer eigenen Internetagentur zusammen und führte das fusionierte Unternehmen als Namics weiter.

2012 kauften die damals 22 Partner der Namics diese zurück, und nun haben die mittlerweile 29 Partner alle Anteile an die US-Gesellschaft Merkle verkauft, die Teil ist des Dentsu Aegis Network.

Geschäftsleiter der Namics ist seit Mitte 2017 Bernd Schopp, der seine Laufbahn im Unternehmen 2002 startete und ab 2013 für die Kundenentwicklung in Deutschland und der Schweiz zuständig war. Vergangenes Jahr wies Namics einen konsolidierten Rekordumsatz von 67 Millionen Franken aus.

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