Japans Zentralbank führt Negativzins ein

TOKIO. Japans Zentralbank führt zur Ankurbelung der Preise und des Wirtschaftswachstums Negativzinsen ein. Wie die Bank von Japan (BoJ) am Freitag nach Abschluss zweitägiger Beratungen bekanntgab, wird künftig ein Negativzins von 0,1% erhoben.

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Haruhiko Kuroda Chef der japanischen Notenbank BOJ (Bild: epa/Franck Robichon)

Haruhiko Kuroda Chef der japanischen Notenbank BOJ (Bild: epa/Franck Robichon)

TOKIO. Japans Zentralbank führt zur Ankurbelung der Preise und des Wirtschaftswachstums Negativzinsen ein. Wie die Bank von Japan (BoJ) am Freitag nach Abschluss zweitägiger Beratungen bekanntgab, wird künftig ein Negativzins von 0,1% erhoben. Bei einem negativen Einlagezins müssen Banken eine Gebühr bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der Zentralbank parken, statt es weiter zu verleihen.

Die BoJ beschloss zugleich, die Geldmenge unverändert um jährlich umgerechnet 683 Mrd. Fr. auszuweiten. Die Aktienbörse in Tokio legt daraufhin kräftig zu. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen sank zugleich auf das Rekordtief von 0,185%.

Ziel erneut verschoben

Die japanischen Währungshüter kämpfen darum, nach fast zwei Jahrzehnten der Deflation mit stetig fallenden Preisen ein Inflationsziel von 2% zu erreichen. Doch das gestaltet sich nicht zuletzt wegen des Ölpreisverfalls schwierig. Nun verschob die BoJ das Ziel erneut nach hinten und peilt dies jetzt für die erste Hälfte des Fiskaljahres 2017/2018, das am 1. April beginnt, an.

In Marktkreisen war der Druck auf die Notenbank der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt zuletzt gewachsen, die geldpolitischen Zügel angesichts der Flaute beim grössten Handelspartner China sowie des geringen Preisanstiegs im Inland abermals zu lockern. Sinkende Preise gelten als problematisch, weil sinkende Erlöserwartungen Unternehmer davon abhalten können, neue Investitionen zu tätigen.

Industrieproduktion lässt nach

Schwache Konjunkturdaten hatten den Druck auf die japanische Notenbank immer weiter erhöht. Die Ausgaben der Haushalte lagen nach den neusten verfügbaren Regierungsdaten vom Dezember 4,4% unter dem Niveau vor Jahresfrist. Der Rückgang war deutlich stärker als von Ökonomen erwartet. Die Industrieproduktion sank im vergangenen Monat mit 1,4% ebenfalls überraschend stark.

«Die Wirtschaft läuft nicht gut, und es besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass sie im Zeitraum von Oktober bis Dezember geschrumpft ist», sagte Yoshiki Shinke, Chefökonom von Dai-ichi Life Research Institute, bereits vor dem Entscheid der Notenbank. (dpa)

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