IWF optimistischer für Weltwirtschaft

Die globale Wirtschaft dürfte sich dieses Jahr etwas besser entwickeln als erwartet und den Schwung auch ins 2018 mitnehmen. Doch es gibt Baustellen.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) setzt auf eine weitere Erholung der Weltwirtschaft und hat seine Wachstumsprognose leicht angehoben. Demnach werde die weltweite Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 3,6 Prozent und im nächsten Jahr um 3,7 Prozent nach oben gehen.

Die neue Prognose stellte der IWF gestern in Washington vor. Damit wurde eine frühere Prognose vom Juli leicht um jeweils 0,1 Prozentpunkte nach oben korrigiert. 2016 war die Weltwirtschaft um 3,2 Prozent gewachsen. Das war die schwächste Zunahme seit der globalen Finanzkrise 2008/09.

Grossbritannien im Bann des Brexit

Die Eurozone, Japan, China, die aufstrebenden Länder Osteuropas und Russland treiben den Trend nach oben. Dagegen sieht der IWF für die USA, Grossbritannien und Indien schwierigere Zeiten heraufziehen. In Grossbritannien, das vom Brexit erschüttert werde, also vom bevorstehenden Austritt des Landes aus der EU, habe der Wirtschaftsmotor in der ersten Hälfte 2017 mehr gestottert als erwartet.

Mit Blick auf die von Präsident Donald Trump regierten USA spricht IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld von «signifikanten politischen Ungewissheiten». Die Wachstumsprognose für die grösste Volkswirtschaft der Welt fiel mit 2,3 Prozent für 2018 relativ bescheiden aus.

Auch die Eurozone dürfe nicht nachlassen, die weiter bestehenden Risiken im Bankensektor zu bekämpfen, sagte Obstfeld. In vielen entwickelten Ländern sei besonders die niedrige Inflation ein Problem – sie erlaube es den Zentralbanken nicht, die Zinsen anzuheben.

Sorge wegen dümpelnden Lohnwachstums

Somit bleibe wenig Spielraum zum Reagieren, sollte es zu einem Abschwung kommen. «Die wirtschaftliche Erholung ist unvollkommen», sagte Obstfeld. Vor allem lasse in vielen Ländern ein nachhaltiges Wachstum der Löhne auf sich warten. (dpa/red)