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IT: Hulbee hat, was Swisscom braucht

Swisscom setzt auf die Egnacher Softwareschmiede Hulbee AG. Die Oberthurgauer haben eine Suchmaschine speziell für Unternehmen entwickelt, die auch Google voraus ist. Die Swisscom ist neuer Vertragspartner.
Stefan Borkert
Die Server der Suchmaschinen Swisscows und Enterprise Search von Hulbee stehen, im Gegensatz zu Google, in der Schweiz. (Bild: PD)

Die Server der Suchmaschinen Swisscows und Enterprise Search von Hulbee stehen, im Gegensatz zu Google, in der Schweiz. (Bild: PD)

Stefan Borkert

Wie Kai aus der Kiste, ist Andreas Wiebe, Gründer und Geschäftsführer der Egnacher Hulbee AG an der Dialog-Arena der Swisscom im Kultur- und Kongresszentrum Luzern als Überraschungsgast präsentiert worden. Seither hat er alle Hände voll zu tun. «Das ist natürlich gut für uns», sagte er gestern, einen Tag nach dem Grossevent für Firmenkunden. Urs Lehner, Firmenkundenchef der Swisscom, hatte bekannt gegeben, dass die Swisscom mit der Hulbee AG zusammenspannt und nun auf deren Suchmaschine für Unternehmen setzt. Man wolle Kunden eine Schweizer Alternative anbieten für eine Enterprise Search Engine.

«Der Grund, warum die Kooperation für uns zu diesem Zeitpunkt höchst interessant ist, ist, dass Google ihre Google Search Appliance, eine Box, welche derzeit noch bei Kunden selbst steht, laut Google-Angaben im März 2018 aus dem Vertrieb nimmt. Google-Kunden in der Schweiz müssten dann ihre Enterprise Search über die globale Google Cloud laufen lassen», erklärt Swisscom-Sprecher Armin Schädeli. Swisscom wolle diesen Unternehmen nun eine Enterprise Search Lösung aus der Schweiz als Alternative anbieten. Die Lösung von Hulbee könne lokal im eigenen Rechencenter betrieben oder auch aus der Swisscom Cloud bezogen werden.

Früher als Google startklar

Hulbee-Chef Wiebe ist schon länger mit der Swisscom im Gespräch: «Wir sind bereits seit etwa einem Jahr dabei. Das Management von Swisscom hat die Innovation schnell erkannt.» Mit Swisscom als Partner habe Hulbee die Möglichkeit, extrem rasch eine Alternative zu bieten, die sogar viel schneller als Google auf dem Markt erscheine. Google plane, im kommenden Frühling 2018 eine neue Cloud vorzustellen. «Wir werden viel früher startklar sein. Ausserdem fühlen wir uns unseren Schweizer Kunden verpflichtet, eine lokale Technologie anzubieten.» Er sei sehr froh, dass Kunden in der Schweiz die Datenhaltung in der Schweiz schätzen und sensible Daten nicht in die Google Cloud legen.

Die Skepsis gegenüber den Clouds der grossen Anbieter treibt Wiebe seit geraumer Zeit um. Für private Nutzer hat er die Suchmaschine Swisscows entwickelt, die keine Nutzerdaten speichert und die Privatsphäre garantiert. Auch Unternehmen sollen bei seinen Lösungen auf Datensicherheit vertrauen können.

Wiebe: «Wie die Datenschutzbestimmungen in den USA aussehen, haben wir ja mittlerweile alle mitbekommen. Viele Unternehmen wollen ihre Daten besser geschützt wissen, und zwar unter Schweizer Datenschutzgesetzen.» Diese Firmen würden bewusst den vertrauensvollen Umgang mit vertraulichen Daten suchen. «Mit Hulbee und Swisscom haben wir die einzigartige Chance, eine sichere Cloud und sichere Suchlösung anzubieten. So etwas gibt es im europäischen Raum bisher noch nicht.» Es sei für Hulbee eine Chance, Unternehmen aus Europa aufzufangen und eine sichere Alternative zu bieten. «Das ist unser Joker.» Und bei der Swisscom tönt es nicht viel anders.

Technologie und Referenzen überzeugen

«Die Suchmaschine von Hulbee speichert keine persönlichen Daten und schützt die Privatsphäre», sagt Swisscom-Sprecher Schädler. Weiter überzeugen die flexible Technologie und schliesslich auch Referenzkunden wie das deutsche Ministerium für Bildung und Forschung oder auch Pilatus. Und wie sieht die Anwendung in der Praxis aus? «Ganz einfach. Wenn ich ein Dokument suche, das ich mal geschrieben habe, kann ich mit einem Klick das Dokument finden, unabhängig davon, wo es gespeichert ist», sagt Wiebe. Übrigens war er der Erste, der überhaupt eine Desktop-Suchmaschine entwickelt hat, und das lange vor Google.

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