«Ist mir nicht egal»

Herr Oehler, seit wann wussten Sie, dass Sie den Verwaltungsrat 2014 verlassen werden?

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Herr Oehler, seit wann wussten Sie, dass Sie den Verwaltungsrat 2014 verlassen werden?

Eigentlich wollte ich bereits mit 70 zurücktreten. Dann wurde aber der Umbau zur Industrieholding eingeleitet und wir kamen zum Schluss, dass es Sinn macht, wenn ich diesen eng begleiten werde. Darum bin ich jetzt mit 71 immer noch Verwaltungsrat.

2014 wird die AFG dann aber ohne Sie klarkommen?

Ich hoffe es. Ohne mich hätte es das Unternehmen vermutlich schon vorher geschafft. Oder schaffen müssen. Ich denke da an 2009, als ich sehr schwer krank war. Aber in einem solchen Prozess, wie ihn die AFG durchmacht, hilft es, dass ich mein Wissen über die Vergangenheit des Unternehmens, über Produkte, Kunden oder die einzelnen Standorte für die Zukunft einbringen kann.

Sie treten zwar aus dem VR zurück, bleiben dem Unternehmen aber als Mehrheitsaktionär erhalten. Oder?

Wenn man mitgeholfen hat, zahlreiche Arbeitsplätze in der Region zu schaffen, ist es einem natürlich nicht von heute auf morgen egal, wie es weitergeht. So weit ich es kann, werde ich weiterhin auch als Aktionär Einfluss nehmen.

Wie schwer fällt Ihnen der Gedanke, ab 2014 nur noch Aktionär zu sein?

Nicht schwer. Ich wusste ja, dass ich mich irgendwann zurückziehen werde. Mir ist vor allem wichtig, dass ich etwas Gutes zurück lasse. Damit meine ich ein gutes Fundament.

Das fanden jüngst aber nicht alle so: Sie mussten heftige Kritik einstecken. Gibt es Sachen, die Sie selber bereuen?

Schade ist, dass es nicht gelungen ist, Miele wieder auf Kurs zu bringen. Und dass ich bei der Hartchrom das Ruder aus der Hand gegeben habe. Man muss dieses Geschäft eben wirklich verstehen. Damals konnte ich mit der Hartchrom und der AFG aber nicht zwei Unternehmen auf einmal führen. Das wurde mir zu viel.

Wollen Sie die STI Group immer noch kaufen?

Dazu möchte ich heute nichts sagen. (du)

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