INVESTITION
«Vordringen in neue Sphären»: Aepli Metallbau errichtet in Gossau einen topmodernen Standort mit allen Schikanen

Mit einem Neubau bereitet die Metallbaufirma den Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Patron Roman Aepli spricht von der grössten Investition in der Firmenschgeschichte und Automatisierungen, die in Europa ihresgleichen suchen.

Thomas Griesser Kym
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Ein bisschen Spass muss sein: Verwaltungsratspräsident Roman Aepli (links) scherzt mit Verwaltungsrat Beni Würth.

Ein bisschen Spass muss sein: Verwaltungsratspräsident Roman Aepli (links) scherzt mit Verwaltungsrat Beni Würth.

Bild: Benjamin Manser (Gossau, 25. Juni 2021)

108 Jahre alt ist die Aepli Metallbau AG in Gossau. Das Unternehmen hat sich in der ganzen Deutschschweiz einen Namen gemacht mit seinen Fassaden aus Glas und Metall, vor allem für Hochhäuser. Über die Jahrzehnte ist Aepli zu einem Betrieb mit 200 Mitarbeitenden gewachsen. Am Hauptsitz an der Industriestrasse hat man «unzählige Anbauten» erstellt, wie Patron Roman Aepli sagt, in St.Gallen-Winkeln und in Oberbüren wurden zwei Hallen zugemietet.

Die Platznot und die Frage, wie es mit der Firma langfristig weitergehen soll, hat Aepli zum Handeln veranlasst. Statt «weiterwursteln wie in den vergangenen zehn Jahren» oder das Geschäft um ein Viertel zu verkleinern, hat er einen neuen Standort gesucht. Aepli sagt:

«Wer mich kennt, weiss, dass nur diese Option in Frage kam.»

Am Freitag setzte er den Spatenstich auf der Sommerau neben dem Autobahnanschluss Gossau.

Arbeitsplätze auf Topniveau

Aepli hat das Land mit fast 100'000 Quadratmetern vor gut zwei Jahren der Migros Ostschweiz abgekauft. Auf der grössten Parzelle mit 35'000 Quadratmetern baut er nun den neuen Hauptsitz samt Büro­gebäude und zwei Produktionshallen. Aepli spricht von einem «Vordringen in neue Sphären»: Die Fabrik wird derart konzipiert, dass sie «unsere Prozesse extrem optimiert».

Die Gebäudehülle wird quasi um die Produktionsstrassen herum gebaut, Aepli spricht von «Automatisierungen, die es in Europa teils noch gar nicht gibt». Auf Topniveau werden laut Aepli auch die Arbeitsplätze gestaltet, denn:

«Nur so können wir die besten Leute für uns gewinnen und Talente nach Gossau holen, die wir für unsere Projekte brauchen.»
Roman Aepli bereitet sein Unternehmen für die Zukunft vor.

Roman Aepli bereitet sein Unternehmen für die Zukunft vor.

Bild: Benjamin Manser (Gossau, 25. Juni 2021)

«Ein höherer zweistelliger Millionenbetrag»

Der Neubau ist die grösste Investition in der Firmengeschichte. Aepli beziffert die Ausgaben auf «einen höheren zweistelligen Millionenbetrag». Er selbst konzentriert sich seit Anfang 2021 auf das Verwaltungsratspräsidium und das Bauwerk, die operative Leitung in dritter Generation hat er nach 30 Jahren an eine junge vierköpfige Geschäftsleitung um Matthias Elmer abgegeben.

Läuft alles nach Plan, will Aepli im Herbst 2022 die Produktion zügeln und Anfang 2023 die Büros. Dem Patron schwebt vor, den Umsatz von zuletzt 70 Millionen Franken auf 80 bis 90 Millionen zu steigern. Dank des anvisierten Produktivitätssprungs wagt es Aepli gar, wieder an den Export zu denken, den man im Zuge der Frankenstärke aufgeben musste. Davor hatte Aepli auch Aufträge aus Deutschland, Österreich oder dem arabischen Raum.

Das Geschäft hat wieder tüchtig angezogen

In der Schweiz aber läuft es rund. 2020 sei gut gewesen, wenn auch weniger gut als 2019, sagt Aepli, und:

«Wir haben aber allen Mitarbeitenden erneut einen Bonus ausbezahlt.»

2021 sei der Auftragseingang «sehr gut», auch weil Investoren Projekte, die sie 2020 wegen Corona verschoben hatten, nun nachholten.

Auf der Sommerau hat Aepli weitere 6000 Quadratmeter für sich als Landreserve behalten. Drei Parzellen hat er an andere Unternehmen weiterverkauft: die Huber Kunststoff AG, die heute nahe des aktuellen Aepli-Hauptsitzes arbeitet und Aepli mit Kunststoffteilen beliefert, die Pulverbeschichterin Gema Switzerland GmbH und die Genossenschaft Metzgermeister St.Gallen und Umgebung.