INVESTITION: 20 Millionen Euro für Start-up

Das französische Beteiligungsunternehmen Invus setzt auf die Konstanzer Softwareschmiede Knime.

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Die Knime GmbH mit Sitz in Konstanz setzt ihren Wachstumskurs fort. Eine Investition in Höhe von 20 Millionen Euro sichert den Konstanzer Software-Entwicklern Chancen auf dem IT-Zukunftsmarkt. Neben einem Standort in der Start-up-Szene des Zürcher Technoparks ist die Gründung einer weiteren Niederlassung in den USA angeschoben worden.

Das aus einem Spin-off der Universität Konstanz gegründete Unternehmen Knime entwickelt eine Software, die es ermöglicht, Datenflüsse virtuell zusammenzufügen. Dabei werden Algorithmen eingesetzt, die in grossen Datenmengen neue Zusammenhänge sichtbar machen.

Die Knime-Architektur erlaubt die Verarbeitung von grossen Datenmengen, die nur durch den Festplattenplatz eingeschränkt sind. Im Unterschied dazu arbeiten die meisten anderen quell­offenen (Open Source) Datenanalyse-Projekte arbeitsspeicherbasiert und grenzen dadurch die Datenmengen ein. Beispiele sind die Analyse von 300 Millionen Adressdaten, 20 Millionen Zellbildern und 10 Millionen molekularen Strukturen. Ursprünglich wurde die Software im Bereich der Bioinformatik eingesetzt, wo sie zum Beispiel die Untersuchung von Molekülen in Form von Strukturdiagrammen ermöglicht.

Geld verdienen mit frei zugänglicher Software

Das hat sich rasch geändert. «Heute kommen unsere Kunden aus den verschiedensten Branchen. So können wir neben der Forschung auch Telekommunikations- oder Industrieunternehmen bedienen», erklärt Michael Berthold, der das Unternehmen 2008 zusammen mit seinen Partnern Thomas Gabriel, Peter Ohl und Bernd Wiswedel gründete und sich dem internationalen Netzwerk für Lebenswissenschaften am Bodensee, Biolago, anschloss. Jetzt steigt die französische Beteiligungsgesellschaft Invus Group mit einer Investition in Höhe von 20 Millionen Euro ein.

Die Knime-Software ist zum Grossteil frei zugänglich. Erst durch die Entwicklung zusätz­licher Programme, die eine passgenaue Anwendung ermöglichen, verdienen die IT-Spezialisten Geld. «Diese Open Source Philosophie ist ein fester Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Sie bringt dem Anwender Vorteile, hilft aber auch, uns ständig weiterzuentwickeln», sagt Michael Berthold. Invus unterstützt dieses Geschäftsmodell und plant zusammen mit Knime einen Ausbau der Infrastruktur, um der grossen Nachfrage schneller und besser gerecht zu werden. «Diese Investition fördert das kontinuierliche Wachstum», fährt Berthold fort. (bor)