Investition
160 neue Jobs: Stadler plant einen zusätzlichen Standort in Deutschland

Im Inbetriebsetzungszentrum in Velten nahe Berlin wird es Stadler allmählich zu eng. Deshalb muss ein weiterer Standort her. Im Auge hat Stadler das Gelände eines ehemaligen Rangierbahnhofs unweit der deutschen Hauptstadt. Bis zu 160 Arbeitsplätze dürften geschaffen werden.

Thomas Griesser Kym
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Konzeptidee der BTC Havelland mit dem alten Wasserturm.

Konzeptidee der BTC Havelland mit dem alten Wasserturm.

Visualisierung: PD

In Berlin-Pankow baut der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler für Deutschland und Nordeuropa S- und U-Bahnen, Strassenbahnen und Regionalzüge. Anschliessend werden sie unter anderem in Velten nördlich von Berlin in Betrieb genommen. Doch das dortige Inbetriebsetzungszentrum stösst mittlerweile an die Grenzen seiner Kapazität. Silja Kollner, Sprecherin von Stadler Deutschland, sagt:

«Stadler braucht einen zusätzlichen Standort.»

Dazu steht das Unternehmen «in fortgeschrittenen Gesprächen» mit der BTC Bahntechnologie Campus Havelland GmbH, wie Stadler, BTC und die brandenburgische Gemeinde Wustermark westlich von Berlin kürzlich lokal mitteilten. Die Gespräche drehen sich um die Ansiedlung eines Inbetriebnahmestandorts durch Stadler auf dem Gelände des alten Rangierbahnhofs Wustermark unweit des Bahnhofs Elstal.

Bis zu 160 Stellen für qualifizierte Berufsleute

Vorteil dieses Geländes, das von BTC mit einem Mix aus Industrie, Gewerbe, Logistik, Forschung und Bildung neu belebt werden soll: Gleisanbindung, Schieneninfrastruktur und Abstellflächen sind vorhanden. Thomas Freiburghaus, Finanzchef von Stadler Deutschland, sagt, man sei in den Verhandlungen mit der Gemeinde Wustermark und BTC «auf gutem Weg» und «zuversichtlich», dass sich Stadler hier ansiedeln werde.

Laut der Mitteilung könnte Stadler auf längere Sicht sukzessive bis zu 160 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Gesucht wären insbesondere Mechatroniker, Elektrikerinnen und Inbetriebsetzer. Während der Inbetriebsetzung eines Schienenfahrzeugs wird dieses vor der Übergabe an den Betreiber auf Herz und Nieren geprüft. Dazu gehören die Überprüfung der Verdrahtungen, Isolation und Dichtigkeit, die Verwiegung und das Aufspielen der Fahrzeugsoftware.

Stadler baut in der Region Berlin-Brandenburg beständig aus

In der Region Berlin-Brandenburg hat Stadler im September 2021 zudem einen weiteren Servicestandort in Schönwalde-Glien in Betrieb genommen. Dort werden Drehgestelle revidiert und montiert. Den deutschen Hauptstandort Berlin-Pankow hat Stadler bis Mitte 2021 um eine Fertigungs- und Inbetriebsetzungshalle erweitert, und im zweiten Bauabschnitt wird auf dem Firmengelände ein Logistikzentrum errichtet. Das Investitionsvolumen beträgt 70 Millionen Euro.

Der Hauptstandort von Stadler Deutschland in Berlin-Pankow.

Der Hauptstandort von Stadler Deutschland in Berlin-Pankow.

Bild: PD